"Finanzielle Performance verbessern": Nokia Siemens entlässt Tausende

3. November 2009, 15:54
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4500 bis 5800 Stellen könnten gestrichen werden. Ob auch in der Schweiz Jobs wegfallen, ist noch unklar.

4500 bis 5800 Stellen könnten gestrichen werden. Ob auch in der Schweiz Jobs wegfallen, ist noch unklar.
Unter dem schönen Titel "Nokia Siemens Networks will finanzielle Performance verbessern und Unternehmen wieder auf Wachstumskurs bringen" teilt der deutsch-finnische Telekom-Ausrüster heute mit, dass etwa 7 bis 9 Prozent der zurzeit 64'000 Angestellten ihre Stelle verlieren könnten. 4480 bis 5760 Personen wären demnach weltweit betroffen.
Orange, Sunrise, Swisscom und Cablecom als Kunden
Ob auch in der Schweiz Stellen gestrichen werden, wisse man noch nicht, so eine Sprecherin auf Anfrage. Was man jetzt schon sagen kann, ist, dass die Vertriebsschnittstellen zu den Key Accounts nur in sehr geringem Ausmass von den Massnahmen betroffen sein werden – die Stabilität der Kundenbeziehungen habe oberste Priorität, schreibt Nokia Siemens in der Mitteilung.
Das Joint Venture hatte bereits vor und kurz nach dem operativen Start vor zweieinhalb Jahren etliche Stellen gestrichen beschäftigt Nokia Siemens hierzulande an drei Standorten nur noch 285 Personen – vor etwas mehr als zwei Jahren waren es 400. Zu den Kunden zählen Orange, Sunrise, Swisscom, SBB und Cablecom.
Geschäft läuft nicht
Wie Nokia Siemens schreibt, sollen die jährlichen Betriebskosten und Fertigungsgemeinkosten bis Ende 2011 im Vergleich zu Ende 2009 um 500 Millionen Euro sinken. Die gegenwärtig fünf Geschäftseinheiten sollen in drei Einheiten zusammengefasst werden, von denen jede auf einen bestimmten Kundenbereich ausgerichtet ist. Ab dem 1. Januar 2010 sind demnach die Einheiten "Business Solutions", "Network Systems" und "Global Services" geplant.
Nokia Siemens befindet sich eigentlich seit der Gründung in einer Krise. Mittlerweile möchten beide Unternehmen aus dem Joint Venture aussteigen. Zuletzt hatte der Konzern einen operativen Verlust von 53 Millionen Euro und sinkende Umsatzzahlen ausgewiesen. Den Konkurrenten Alcatel-Lucent geht es allerdings auch schlecht. Grund dafür ist nicht nur die Wirtschaftskrise. Auch die chinesische Konkurrenz macht den etablierten Anbietern zu schaffen. (Maurizio Minetti)

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