Der Telekommunikationskonzern Swisscom schaltet Ende Jahr das
3G-Mobilfunknetz ab. Die Technologie dient der SBB heute als Ausweichlösung für den Betriebsfunk in Gebieten ohne den bahnspezifischen GSM-R-Funk. Der Eisenbahnkonzern entschied deshalb vor zwei Jahren, eine neue Technologie auf Basis des 4G-Mobilfunks einzuführen.
Der Netzwerkausrüster Ericsson wurde in einer öffentlichen Ausschreibung mit der Entwicklung, der Lieferung, Rollout und Wartung der neuen Technologie beauftragt. Dafür wurden rund
39 Millionen Franken in die Hand genommen. Die nach Aussage des Herstellers europaweit erste Integration des Eisenbahnkommunikationssystems GSM-R in die hauseigene Kommunikationsplattform mit Voice-over-LTE-Dienst (VoLTE) sei jetzt erfolgreich umgesetzt worden.
Die neue Infrastruktur sei seit Dezember in Betrieb, heisst es seitens Ericsson. In rund 1000 Zügen seien 4G-Dienste an Bord implementiert worden, weitere circa 450 Züge und 1000 Betriebsgeräte nutzten die VoLTE-Technologie. Die Migrationen seien reibungslos verlaufen und wurden durch Schulungen für die SBB-Betriebsteams begleitet.
Die vollständige Umstellung der Kommunikation der Zugflotte und des Smartphone-Betriebs will der Netzwerkausrüster noch in diesem Monat schaffen. Anschliessend sollen die Erkenntnisse aus dem Projekt für ähnliche Umstellungen im Eisenbahnbereich genutzt werden. Denn in ganz Europa seien die Bahnbetreiber mit der Abschaltung veralteter Telekommunikationssysteme konfrontiert, erklärt Ericsson.