Finanzkontrolle sieht IT-Schlüsselprojekt der Armee auf Kurs

6. Oktober 2020 um 12:53
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Eine korrekte Beschaffung und "vieles auf dem richtigen Weg".

Die Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) hat das "IKT-Schlüsselprojekt Telekommunikation der Armee" (TK A) zum wiederholten Mal genau unter die Lupe genommen. Mit dem Projekt wird eine technisch vereinheitlichte Verbundlösung für den mobilen Datentransport und die Sprachkommunikation der Armee beschafft. Das in sieben Beschaffungsschritte unterteilte Gesamtprojekt weist ein Beschaffungsvolumen von rund 1,8 Milliarden Franken auf und wird insgesamt 17 Jahre lang (!) dauern.
Die neuste Prüfung der EFK konzentrierte sich auf den Teil "BS 2", den Ersatz der mobilen Kommunikation. Konkret untersuchte die Finanzkontrolle die Beschaffung einer ersten Tranche von taktischen Funkgeräten, Bordverständigungsanlagen und Sprechgarnituren der neuen Generation. Geplant ist ein Investitionsvolumen von rund 300 Millionen Franken.
Nach viel Kritik der EFK an Beschaffungsprojekten der Armee gibt es anlässlich dieser Überprüfung für einmal mehr Lob. Das Verfahren laufe bisher korrekt ab. Bei der Prüfung habe sich ergeben, "dass vieles auf dem richtigen Weg ist", schreibt die EFK in ihrem Bericht. Die Verfahrenswahl und das Beschaffungsverfahren seien formal korrekt durchgeführt worden. 
Die Armee hat sich für ein System der Firma Elbit Systems aus Israel entschieden. Die Wahl sei aufgrund einer höheren Systemleistung, dem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis und dem Zukunftspotenzial gerechtfertigt, so die Finanzkontrolle.

Erwartungen an den Lieferanten

Von ursprünglich rund 300 Projekt-Defiziten im Jahr 2017 seien im vergangenen Jahr noch rund siebzig aktuell gewesen. 15 davon beurteilt die Finanzkontrolle als kritisch. "Es besteht nun die Erwartung, dass der israelische Lieferant bis zur Einführung des Serientyps alle Defizite und Mängel behoben hat." Das Kommando Operationen der Armee unterstützt diese Empfehlung.

Episches Projekt

Insgesamt sieht die EFK aber weiterhin die riesige Projektdauer als grundsätzliches Problem für TK A. Gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan aus dem Jahr 2012 habe sich der erwartete Endzeitpunkt des Projekts bisher jährlich um fast ein weiteres Jahr verschoben.
Dies verdeutliche "die Schwierigkeit bzw. Unmöglichkeit, über eine sehr lange Zeitspanne verlässliche Zeitpläne aufzustellen." Man müsse deshalb hinterfragen, welche architektonischen und beschaffungstechnischen Prämissen über eine so lange Planperiode sinnvoll anwendbar seien.
Die Gruppe Verteidigung der Schweizer Armee entgegnet, dass der Zeitplan für die Realisierung der gesamten Verbundlösung TK A "stabil" geblieben sei seit man den Beschaffungsschritt 1 in Auftrag geben konnte. Die Anpassungen der Teilzeitpläne für die weiteren Beschaffungsschritte seien einerseits aufgrund der Verzögerungen beim ersten Schritt und andererseits wegen des zusätzlichen Investitionsbedarfs anderer Projekte erfolgt

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