Fusions- und Übernahmewelle wegen NAV 2013?

17. Mai 2013, 15:02
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Microsoft-Partner adaptieren ihre Lösungen erstaunlich rasch an die neue Version der Microsoft'schen Business-Software NAV 2013. Doch nicht alle werden dazu in der Lage sein.

Microsoft-Partner adaptieren ihre Lösungen erstaunlich rasch an die neue Version der Microsoft'schen Business-Software NAV 2013. Doch nicht alle werden dazu in der Lage sein.
Diese Woche stellte Microsoft im Rahmen der Zürcher ERP-Veranstaltung Topsoft die neue Version von Dynamics NAV vor. Mit Version 2013 des guten alten Navision bricht Microsoft mit der Vergangenheit. Den NAV 2013 läuft nur noch mit Microsofts SQL Server als Datenbank. Das hat viele Vorteile, denn NAV ist nun eine moderne Lösung, in der Datenbank, Business-Logik und Middleware und Präsentations-Schicht sauber getrennt sind. So kann man NAV nun als Cloud-Lösung anbieten und von ganz unterschiedlichen, auch mobilen Geräten aus bedienen.
Für Microsoft-Partner, die seit Jahren NAV mit branchenspezifischen Funktionen ausstatten, ist das grundsätzlich eine gute Sache. Denn sie können nun ihren Kunden eine moderne, gut aussehende Lösung anbieten, die sich leicht und sehr tief in eine bestehende Kommunikationsinfrastruktur mit Outook / Exchange und SharePoint integrieren lässt. Einige Schweizer Microsoft-Partner, mit denen wir an der ERP-Veranstaltung Topsoft gesprochen haben, sehen dies auch so. So Hanna Schirmer vom Payroll- und HR-Spezialisten Alpha Solution: "Die Oberfläche von NAV 2013 kommt gut an. Wir werden erste Migrationsprojekte bei den Kunden bald starten."
Auch bei Acommit ist man von NAV 2013 überzeugt. Man sei jetzt daran, die NAV-Versionen für Dienstleister auf die neue Version zu bringen. Acommit-Mann Urs Lüthy: "Die ersten drei Kunden werden demnächst in Produktion gehen." Auch die bekannte isländische NAV-Handelslösung LS Retail, die Acommit in der Schweiz vertreibt, werde zur Zeit für die neueste Version fit gemacht, so Lüthy.
Kritische Grösse für NAV-Reseller steigt
Doch im Markt gibt es noch viele NAV-Installationen, die auf alten Navision-Versionen aufgebaut sind. Denn früher war Navision mehr eine Art Entwicklungsumgebung und kein "fertiges" ERP-Paket. Eine Vielzahl Navison-Partner hat daraus eine branchenspezifische und lokalisierte Lösung gebaut.
Microsoft unterstützt alte Navision-Versionen nicht länger als 10 Jahre. Und man kann erst ab der vorletzten Version von NAV, (NAV 2009, SP 1) auf die nun aktuelle Version der betriebswirtschaftlichen Lösung migrieren.
Dies könnte kleinere NAV-Partner in die Bredoullie bringen, denn die neue NAV-Version braucht neue und mehr Qualifikationen bei den Mitarbeitenden. Für den Erfolg von Microsoft ist aber entscheidend, dass möglichst viele Navision-Spezialisten ihren Kunden die neue Version der betriebswirtschaftlichen Lösung anbieten. NAV-Verkaufsleiter Christian Haltiner: "Die Herausforderung ist, dass die Partner mit Migrationsprojekten beschäftigt sind, anstatt neue Kunden anzusprechen." Microsoft versuche deshalb, die Partner vor allem auch technologisch zu unterstützen.
Trotzdem: Alle NAV-Spezialisten mit denen wir an der diesjährigen Topsoft gesprochen haben, sind sich einig, dass die NAV 2013 die Konsolidierung unter Dynamics-Partnern vorantreiben wird. Denn wer seine Kunden halten will, muss seine NAV-Version modernisieren. "Ein Partner muss konkurrenzfähig bleiben und das kostet Ressourcen. Sonst evaluiert der Kunde früher oder später eine neue ERP-Lösung," so Haltiner. Man kann also davon ausgehen, dass es in den nächsten Monaten die eine oder andere Fusion oder Übernahme in der Schweizer Navision-Szene geben wird. (Christoph Hugenschmidt)

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