Schon seit Jahren gibt es Bemühungen in der IT-Branche, Ausdrücke, die als rassistisch ausgelegt werden könnten, zu ersetzen. Dies gilt insbesondere für die in einigen Bereichen der Digital-Technik verwendeten Ausdrücke Master und Slave. Aber auch Begriffe wie Blacklist und Whitelist sind für viele ein Stein des Anstosses.
Chrome und Github könnten diese Bemühungen nun unter dem Eindruck der "Black Lives Matter"-Bewegung neuen Schub geben. Die Chrome-Ingeneurin Una Kravets
twitterte in der vergangenen Woche, dass sie "superhappy" sei, den Ausdruck "Master" in der Softwareentwicklung durch "Main" zu ersetzen. Gleichzeitig regte sie an, dass Github in der Entwickler-Community den Lead übernehmen und dies ebenfalls tun sollte. Nat Friedmann, der CEO von Github,
antwortete umgehend und erklärte, dass man bei Github bereits daran arbeite, dies zu tun.
Der Ausdruck "Master" wird von Github gegenwärtig für die Haupt- beziehungsweise Default-Version eines Quellcode-Repositories verwendet. Entwickler machen davon Kopien und verändern nur diese, bevor eine Änderung in den Master integriert wird. Wie
'ZDnet' berichtet, gibt es auch beim Git-Projekt, verantwortlich für die von vielen Entwicklern verwendete Git-Software, nun Überlegungen, den Begriff Master abzuschaffen.
Mögliche Alternativen wären beispielsweise Main, Default, Primary oder Root. Aus Slaves könnten Secondaries, Replicas oder ähnliches werden. Für schwarze und weisse Listen wurden in der Vergangenheit Begriffe wie Blocklist oder Denylist sowie Allowlist vorgeschlagen.
Allerdings findet man insbesondere die Ausdrücke Master und Slave wie erwähnt nicht nur in der Softwareentwicklung, sondern auch in vielen anderen Bereichen der IT-Technologie und Elektrotechnik. Es gibt "Herren und Sklaven" bei Controllern, man sieht die Begriffe Master und Slave aufgedruckt auf Platinen, es gibt Master-Slave-Schaltungen, -Steckdosen und vieles mehr. Es dürfte also lange Zeit dauern, diese Begriffe überall dort auszumerzen, wo sie völlig unnötigerweise verwendet werden.