Huber + Suhner, ein international tätiger Hersteller von Steckern und anderen Komponenten für optische und elektronische Netzwerke, wurde in der Nacht auf den Montag 14.12.
von einer Cyberattacke getroffen und weitgehend lahmgelegt. Nun hat das Unternehmen mit Hauptsitz in Herisau einige weitere, wenn auch knappe, Informationen zur Situation veröffentlicht.
Das Wort "Ransomware" nimmt Huber + Suhner in seiner Mitteilung zwar weiterhin nicht in den Mund, diese enthält aber weitere Hinweise, dass es sich um einen Ransomware-Angriff gehandelt hat. So schreiben die Herisauer beispielsweise, dass eine unbekannte Täterschaft behaupte, dass sie im Besitz von Daten von Huber + Suhner seien. Dies passt zur letztes Jahr in Mode gekommenen neuen Methode von Ransomware-Banden, Daten ihrer Opfer nicht nur zu verschlüsseln sondern sie auch zu stehlen und
mit ihrer Veröffentlichung oder mit ihrem Verkauf zu drohen.
Zum jetzigen Zeitpunkt verfüge das Unternehmen über keine Anhaltspunkte, dass es sich dabei um kritische Daten handeln könnte, erklärt Huber + Suhner. Aber unabhängig davon, so die Herisauer trotzig, " wird sich das Unternehmen nicht erpressen lassen".
Keine Zusammenarbeit mit den Cyber-Erpressern bedeutet natürlich auch, dass die Systeme nicht schlagartig wiederhergestellt werden können.
Nachdem der Angriff entdeckt wurde hatte das Unternehmen sofort sämtliche Arbeitsstationen weltweit via die zentrale IT deaktiviert. Auch zentrale administrative Systeme einschliesslich des Finanzwesens und der Personaladministration wurden abgeschaltet. In den letzten Tagen habe man nun rund um die Uhr in Zusammenarbeit mit dem Outsourcing-Partner für IT-Infrastruktur und weiteren Experten alle deaktivierten Systeme weltweit etappenweise geprüft. Gegenwärtig sei man dabei, diese Systeme laufend wieder in Betrieb zu nehmen.
Nach einer eingehenden Testphase, so das Unternehmen weiter, habe man gestern an den Schweizer Standorten auch wieder erste Produktionsaufträge abarbeiten können. Die entstandenen Lieferverzögerungen für Kunden, so glaubt man, sollten bis Ende Jahr abgebaut werden können.