ICT-Stellenmarkt in der Schweiz bricht ein

23. April 2020 um 14:06
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Mit der Corona-Krise sind die ICT-Stellenausschreibungen in nur einem Monat um bis zu 47% zurück gegangen.

Nach dem saisonalen Hochstand Anfang März ist die Suche nach IT- und Software-Spezialisten Corona-bedingt ab ungefähr dem 10. März stark eingebrochen. Das legt die Analyse der in dieser Zeit neu aufgeschalteten Stelleninserate nahe, die der Luzerner Personalberater Roger Renggli vorgelegt hat.
Er habe auf der Basis von Daten der Thalwiler X28, wo täglich alle offenen Stellen der Schweiz gescannt werden, "die Veränderung des Schweizerischen ICT-Stellenmarktes" analysiert, schreibt Renggli. Nicht aufgenommen wurden die Stellenanzeigen von Personaldienstleistern. Das Besondere seiner Analyse sei, dass er die X28-Daten einer Echtzeitanalyse unterzogen und nur diejenigen Stellenausschreibungen registriert habe, die seit dem 10. Februar neu aufgeschaltet wurden, erklärt Renggli auf Anfrage.
Die Resultate seiner Auswertung der Neuinserate: Von Anfang Februar bis Anfang März 2020 wuchs das Inserateaufkommen im IT-Bereich leicht von 2714 auf 2728 und im Software-Sektor von 825 auf 915. In der Woche vor dem 10. März sei es dann saisonal bedingt, wie Renggli erklärt, bei den Informatikern zu einer Steigerung von 818 auf 918 und bei den Software-Spezialisten von 223 auf 273 neuen Stellenanzeigen gekommen.

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Rückläufige Informatiker-Stellengesuche wegen Corona. Grafik: Roger Renggli
Dieser Peak sei aber nur von kurzer Dauer gewesen. Denn ab dem 10. März, so Renggli weiter, sei es zu einem starken Einbruch gekommen. So hätte sich in den 28 Tagen bis Mitte April die Anzahl der neuen Stellenanzeigen für Informatiker um gut 36 Prozent auf noch rund 1750 Stellenanzeigen reduziert. Im Software-Bereich ging die Zahl sogar um gut 46 Prozent auf etwa 570 Inserate zurück.

Beruhigung zeichnet sich ab

Allerdings hält Renggli fest, dass sich dieser Abwärtstrend inzwischen wieder beruhigt habe. Denn "seit Anfang April hat sich die Situation stabilisiert oder sogar leicht verbessert". Sein Fazit, es hat relativ lange gedauert, bis sich die Corona-Krise auf dem ICT-Stellenmarkt bemerkbar machte, und dann kam der starke Einbruch. "Sobald sich aber die Zahl der Neuansteckungen reduziert hat und sich die meisten Organisationen neu organisiert haben, ist es zu einer Stabilisierung gekommen."
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Auch die Software-Stellenausschreibungen waren stark rückläufig. Grafik: Roger Renggli
Vielmehr als einen stabiles Inserateaufkommen in der ICT-Branche sei in absehbarer Zukunft nicht zu erwarten, schiebt der Personalberater nach: "Aufgrund der zu befürchtenden tiefen Rezession wird es auch mittelfristig nur zu einer geringfügigen Verbesserung der Situation kommen."
Diese Analyse ergänzt das Bild der ICT-Branche in der Zeit von Corona. Dazu gehören Einstellungsstopps etwa bei Konzernen wie Google oder SAP genauso wie die im Software-Business grassierende Kurzarbeit und die zunehmenden IT-Arbeitslosenzahlen, die das Seco Anfang April vorgelegt hat. Nicht zuletzt sei auf den jüngsten Swico-Index verwiesen, der wegen der fehlenden Investitionsbereitschaft von Kunden drastische Einbrüche in den Segmenten Software und IT-Technology verzeichnen musste.

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