Immer noch: Je mehr Bildung, desto mehr Internet

13. Januar 2009 um 14:52
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Die Nutzungsintensität des Internets scheint immer noch stark mit der Bildungsstufe der User zusammenzuhängen.

Die Nutzungsintensität des Internets scheint immer noch stark mit der Bildungsstufe der User zusammenzuhängen. Zumindest in unserem nördlichen Nachbarland Deutschland ist dies nach einer aktuellen Studie so, und auch in der Schweiz dürften die Verhältnisse ähnlich sein. Wie die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage der "Forschungsgruppe Wahlen" bestätigen, nutzten im vierten Quartal 2008 rund 91 Prozent aller Deutschen mit Hochschulausbildung und 78 Prozent jener mit "Mittlerer Reife" (Fachhochschulen, Berufsschulen) das Web.
Bei jenen Bundesbürgern, die über einen Hauptschulabschluss mit Lehre verfügen, waren es mit 48 Prozent bereits beträchtlich weniger. Noch bescheidener fällt die Internetnutzung in der Gruppe der Hauptschulabsolventen ohne Lehre aus, in der nur 29 Prozent Gebrauch vom Netz machten.
Insgesamt gesehen nutzten im letzten Quartal des vergangenen Jahres zwei Drittel aller deutschen Erwachsenen das Internet zu Hause, am Arbeitsplatz oder anderswo. Im Vergleich zu demselben Vorjahreszeitraum entspricht dies einem leichten Plus von drei Prozentpunkten.
"Es gibt einen deutlichen Zusammenhang zwischen formaler Bildung und Internetnutzung", bestätigt der Sprecher des deutschen IT-Branchenverbands BITKOM Christian Hallerberg im Gespräch mit 'pressetext'. Der Anteil der Internetnutzer sei unter Akademikern besonders hoch. "Das gleiche gilt für die Gruppe derjenigen, die in ihrem Beruf oder durch das Studium mit dem Computer vertraut sind. Wichtig sei aber, dass man keine falschen Schlüsse aus den Zahlen ziehe. "Um zum Internetnutzer zu werden, braucht man kein Abitur", merkt Hallerberg an.
Bei der Interpretation der Ergebnisse müsse man bestimmte Einflüsse berücksichtigen. "Der Anteil eines Jahrgangs, der die Schule mit Abitur verlässt, ist heute beispielsweise deutlich höher als vor 50 Jahren. Dabei sind die heutigen Schüler im Durchschnitt sicherlich nicht klüger als die Generation ihrer Eltern oder Grosseltern. Das Internet nutzen heute trotzdem praktisch alle Jugendlichen - unabhängig von der Schulform und dem Bildungsabschluss", so Hallerberg. (hjm/pte)

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