In der breiten Bevölkerung ist Open Banking kein Begriff

3. September 2021, 13:18
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Eine Umfrage zeigt: Der grosse Trend im Finanzbereich sagt nur wenigen Konsumenten etwas. Auch ist die Skepsis gegenüber Drittanbietern gross.

Die Schweiz verfüge über ein solides Fundament, was die Nutzung von Open Banking in der Bevölkerung anbelange. Zu diesem Schluss kommt Mastercard, nachdem der Konzern eine Umfrage durchführen liess. Sein Fazit lautet dann auch: Der Weg sei unumgänglich.
Mit der Tufts University hat Mastercard einen Digital Intelligence Index (DII) entwickelt, der die digitalen Fortschritte in 90 Ländern quantifizieren soll: Die Schweiz liegt dort hinter Finnland und Dänemark auf Rang 3. In der Dynamik der Entwicklung sieht Mastercard die Schweiz aber bloss auf dem 22 Platz in Europa.
Die Umfrage hat auch Ernüchterndes zu Tage befördert: Nur gerade 6% der hiesigen Verbraucher haben überhaupt schon von Open Banking gehört. Von diesen war aber über die Hälfte am Ansatz interessiert. Wer im Zuge der Umfrage zum ersten Mal von den angebotenen Services gehört hatte, zeigte zum Teil ebenfalls Interesse: So kommt die Studie auf einen Anteil von 14% der Teilnehmer, die Open-Banking-Services nutzen würden.
Diese wurden wiederum dazu befragt, was ihre Präferenzen bei den Services sind. 3 der 5 meistgenannten Abo-Dienste haben einen direkten Bezug zum Bankgeschäft.
  • Erweitertes Management aller Karten (57%)
  • Abonnementverwaltung per App (56%)
  • Verwaltung aller Versicherungspolicen in einer App (51 %)
  • Überweisungen von allen Konten über eine App (43%)
  • Bankenübergreifender Überblick über alle Konten in einer App (41 %)
Viele Verbraucher zeigten sich bereit, für die Dienste zu bezahlen. Über zwei Drittel würden maximal als 4 bis 10 Franken monatlich bezahlen, 6% könnten sich sogar Gebühren über 10 Franken vorstellen. 38% waren nicht bereit Geld für Open-Banking-Services auszugeben.

Verbraucher haben wenig Vertrauen in Drittanbieter

Ein grosses Hindernis stellen offenbar Sicherheitsbedenken dar: 88% der Befragten zeigten sich besorgt, ihre Finanzdaten mit Nicht-Banken zu teilen, weil diese für kommerzielle Zwecke genutzt oder zu wenig geschützt sein könnten. Hier sollten laut Mastercard die Banken einspringen, die in der Regel ein hohes Vertrauen ihrer Kunden geniessen.
Wenn die Nutzung der Daten und die Sicherheitsmassnahmen aber offengelegt werden, waren 57% der Kunden bereit, zusätzliche Informationen zu übermitteln. Vor allem für bessere Dienstleistungen, tiefere Gebühren und aus Bequemlichkeit, sagten sie. 41% lehnten eine Preisgabe ihrer Daten kategorisch ab.
In der Studie wird zwischen regulatorisch- und branchen-gelenktem Open Banking unterschieden. Die Schweiz zähle zur letzten Kategorie, in der die Entwicklung des Open-Banking-Ökosystems allein auf den Wettbewerbs- und Kooperationskräften zwischen den Marktakteuren beruhe. Im Gegensatz zu allen angrenzenden Nationalstaaten.
Für Mastercard ist das ein Grund zur Freude: "Der Wettbewerb wird die Landschaft des Open Bankings auf eine Weise formen, dass sich nur die sinnvollsten und nachgefragtesten Dienstleistungen am Markt halten und etablieren werden." Es erschwere aber auch die Standardisierung und erhöhe die Eintrittsbarrieren für kleinere Marktteilnehmer, räumt der Kreditkarten-Konzern ein. Ob dies zur Vertrauensbildung unter den Verbrauchern beiträgt, hat Mastercard nicht fragen lassen.
Das Link Institut hat für Mastercard 1073 Verbraucher:innen aus der Schweiz im Alter von 18 bis 74 Jahren befragt, die das Internet mindestens einmal pro Woche für private Zwecke nutzen, ein Smartphone besitzen und dieses täglich verwenden.

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