Der Schweizer Cloud-Anbieter Infomaniak hat seine Geschäftszahlen für 2021 veröffentlicht: Mit mehr als 1 Million Nutzer habe man einen Umsatz von 32 Millionen Franken erzielt, heisst es vom Genfer Provider. Das bedeutet ein Wachstum von 23% im Vergleich zum Vorjahr. 40% des Umsatzes seien in der Deutschschweiz erzielt worden, 35% in Frankreich. Zur Profitabilität machte Infomaniak keine Angaben.
Der Provider
ist Mitglied des Komitees SC4SS, das gegen die Pläne des Bundes, Cloud-Ressourcen bei den US-Anbietern Microsoft, Oracle, IBM und AWS sowie dem chinesischen Provider Alibaba einzukaufen, vorgehen will. Infomaniak will den Hyperscalern nach eigenem Bekunden
im Infrastruktur-Geschäft (IaaS) die Stirn bieten. Für Schweizer Unternehmen und öffentlichen Institutionen wurde im letzten Herbst ein IaaS-Angebot lanciert, das auf der herstellerunabhängigen Open-Source-Technologie OpenStack basieren und komplett in der Schweiz betrieben und verwaltet werden soll.
Aber kann das gelingen? Skalierung, Produkte-Palette und Georedundanz dürften gewichtige Argumente für die Grossen sein. Infomaniak setzt entsprechend auf das Argument "Swiss Made" sowie auf Ökologie: So soll noch dieses Jahr ein Solarkraftwerk mit einer Kapazität von 600 kW auf einem der Rechenzentren in Betrieb genommen werden. Auch mit den Eigentumsverhältnissen will man punkten. Bis in drei Jahren soll die Firma ganz den Mitarbeitenden und Kunden gehören und dann eine Aktiengesellschaft oder Genossenschaft werden, stellt Infomaniaks strategischer Direktor Boris Siegenthaler in Aussicht.
Seine Firma will aber auch ausbauen: Zum einen habe man den Personalbestand 2021 um rund ein Viertel erhöht und wolle mit dem Aufbaukurs weiterfahren, heisst es in der Mitteilung. Die Firma beschäftigt in Genf und Winterthur 185 Mitarbeitende. Zum anderen soll die Angebotspalette vergrössert werden. Dazu zählt auch eine neue Ressourcen- und Kostenverwaltung der Public Cloud, sowie KI-spezifische Grafikprozessoren für den As-a-Service-Einsatz.
Was es letztlich bedeuten soll, wenn Infomaniak offiziell AWS und Co. konkurrieren will, ist derweil nicht ganz klar. Offenbar geht die Kommunikations-Strategie vorderhand aber auf: Im Jahr 2021 verzeichnete Infomaniak beim Webhosting einen Zuwachs von 20%, bei den Cloud-Servern 25% und bei den genutzten Ressourcen auf der über das Internet bereitgestellten Plattform Jelastic Cloud 76%.