Laut einem Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle lagen sich das Bundesamt für Informatik und die Eidgenössische Steuerverwaltung bezüglich des Softwareprojekts Insieme in den Haaren. Wurde das IT-Projekt deshalb begraben?
Am 20. September wurde das millionenschwere IT-Projekt
Insieme endgültig zum Tode verurteilt. Die offizielle Erklärung des Bundes lautete: "Aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse und Fakten wird eine Weiterführung des Projekts Insieme heute als zu risikobehaftet beurteilt, weshalb sich ein Projektabbruch aufdrängt".
Laut einem Artikel in der heutigen
'Berner Zeitung', wo er bis anhin unbemerkt blieb.
Jeder machte, was er für richtig hielt
Gemäss dem Bericht des Finanzdepartements kam es durch den Streit zwischen den beiden Ämtern zu mangelhaften Absprachen und "nicht konkret definierten Lieferobjekten". Das hatte zur Folge, dass die Softwareentwickler des BIT machten, was sie für richtig hielten. Dies wiederum habe dazu geführt, dass "hier oftmals innovative junge Leute Lösungen verwirklicht haben", die "nicht unbedingt sachdienlich" und "nicht notwendig" gewesen seien und "Luxusgüter darstellten", schreibt die 'Berner Zeitung' unter Berufung auf den Bericht des EFD.
Das BIT zeigte sich in der Frage, wer jetzt schuld an der misslichen Situation sei, loyal: Es liege in der Natur der Sache, dass Reibereien keine unilaterale Angelegenheit seien. Die Steuerverwaltung wich hingegen aus: Die Vorhaltungen der Finanzkontrolle würden sich im Wesentlichen auf Vorgänge vor dem Neustart von Insieme 2011 beziehen, lässt sich ESTV-Mediensprecher Thomas Brückner im Bericht der Zeitung zitieren.
Haben sich nun BIT und ESTV versöhnt? Laut 'Berner Zeitung' hätten beide Parteien schriftlich und fast gleich geantwortet: "Die Suche nach dem besten Weg für das Projekt Insieme war nicht immer einfach, aber trotz des jetzt beschlossenen Projektabbruchs bleiben beide Seiten der konstruktiven und gemeinsamen Lösungssuche verpflichtet." (hal)