Inventec und Flextronics weisen Fusionsgerüchte zurück

21. September 2010, 13:55
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Als reine Marktspekulation haben Inventec aus Taiwan und Flextronics aus Singapur Meldungen zurückgewiesen, denen zufolge sie Verhandlungen über einen möglichen Merger aufgenommen haben.

Als reine Marktspekulation haben Inventec aus Taiwan und Flextronics aus Singapur Meldungen zurückgewiesen, denen zufolge sie Verhandlungen über einen möglichen Merger aufgenommen haben. So ganz aus der Luft gegriffen scheint das Gerücht aber nicht zu sein.
Inventec sieht sich in der Rolle als viertgrösster Notebook-Produzent der Welt einem wachsenden Konkurrenz- und Margendruck ausgesetzt. Nach 22 Millionen Stück im Vorjahr wird der Hersteller 2010 voraussichtlich nur noch 17 bis 18 Millionen mobile Computer verkaufen. Wie der taiwanische Newsservice 'Digitimes' aus Industriekreisen erfahren haben will, soll Inventec deswegen schon verschiedene Spitzentreffen mit Flextronics abgehalten haben, um über Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit bis hin zu einer Fusion zu beraten.
Flextronics hat zwar 2007 Arima Computer übernommen, konzentriert sich (als weltweit zweiter nach Foxconn) aber nach wie vor auf Elektronic Manufacturing Services (EMS), weil es immer noch an einer eigenen starken Forschungs- und Entwicklungsabteilung mangelt. Inventec wiederum hat Arimas Fabrik in Taoyuan, Nordtaiwan, übernommen und diese unter anderem zu einem Entwicklungszentrum für Cloud Computing ausgebaut sowie in Arima Communication, einer Tochter der Arima Group, investiert. Diese stellt sozusagen das Bindeglied zwischen Inventec und Flextronics dar.
Flextronics ist vor allem als Produzent der Microsoft Xbox bekannt, hat aber wie Foxconn Ambitionen, in die Top-Riege der OEM/ODM-Hersteller von Notebooks aufzusteigen und unter anderem schon Aufträge von HP und Dell an Land gezogen.
Mit voraussichtlich sechs Millionen Stück in diesem Jahr spielen die Singapurer noch keine grosse Rolle im Notebook-Weltmarkt. Will man allerdings den Plänen für 2011 glauben, könnte Flextronics zusammen mit Inventec auf 25 bis 30 Millionen Notebook-Lieferungen im Jahr kommen und damit Nummer drei Wistron Konkurrenz machen.
Andererseits wird Flextronics nicht die nötige Finanzkraft zugetraut, eine Übernahme von Inventec zu stemmen. Der Marktwert des Notebook-Herstellers wird auf 1,52 Milliarden US-Dollar geschätzt. Arima Computer hat Flextronics nur etwa ein Achtel davon gekostet. Als problematisch erachtet werden auch Fragen wie die Übernahme von Inventecs Fabriken in China und der verschiedenen Unternehmenskulturen. Denn obwohl in Singapur ansässig und trotz enger Kontakte nach Taiwan, ist das Topmanagement von Flextronics westlich und nicht chinesisch besetzt. (Klaus Hauptfleisch)

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