Kantone koordinieren Kampf gegen Cybercrime

18. November 2020, 10:25
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Polizeikommandanten und Kantone haben eine Vereinbarung über das gemeinsame Ermittlungsnetztwerk Nedik getroffen, die Anfang 2021 in Kraft tritt.

Die Kantone wollen den Kampf gegen Cyber- und Pädokriminalität besser koordinieren. Sie haben mit den Polizeikommandanten eine Vereinbarung für das "Netzwerk digitale Ermittlungsunterstützung Internetkriminalität" (Nedik) getroffen. Die Vereinbarung der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) mit der Konferenz der Kantonalen Polizeikommandanten (KKPKS) tritt am 1. Januar 2021 in Kraft, wie die KKJPD mitteilte.
Die KKPKS hat Nedik bereits 2018 gegründet. Mit der nun beschlossenen Verwaltungsvereinbarung werden die Organisation und Finanzierung von Leistungen geregelt, welche einzelne kantonale Polizeikorps zugunsten aller Polizeikorps in der Schweiz einbringen. Nedik sei ein Netzwerk unter anderem für die Sicherstellung des gegenseitigen Wissenstransfers, für die Erstellung einer nationalen Fallübersicht sowie die Triage von interkantonalen Fällen.
Ausserdem leiste Nedik einen Beitrag an die Prävention und arbeite mit der Schweizerischen Kriminalprävention und mit dem Nationalen Zentrum für Cybersicherheit (NCSC) zusammen. Für die KKJPD und die KKPKS sei diese Vereinbarung ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung der digitalen Kriminalität.
Zur effizienten Bekämpfung der digitalen Kriminalität werde Nedik spezifische Analyseinstrumente einsetzen und eine zentrale Wissensdatenbank betreiben. Die Führung bei der Bekämpfung der Pädokriminalität, die einen Schwerpunkt bei Nedik darstellen werde, soll ab dem 1. Januar 2021 von der Kantonspolizei Bern übernommen werden. Sie koordiniere das Peer-to-Peer-Monitoring sowie die verdeckten verdachtsunabhängigen Fahndungen der Kantone im digitalen Raum.
Innerhalb von Nedik übernimmt das Bundesamt für Polizei Fedpol diese überkantonale und transnationale Koordinationsrolle, insbesondere die internationale Fallkoordination mit den Partnerbehörden im Ausland wie Europol oder Interpol. Bei den kantonalen Polizeikorps und beim Fedpol arbeiten derzeit rund 300 Mitarbeitende, welche sich ausschliesslich mit der Bekämpfung der digitalen Kriminalität beschäftigen.

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