Kristallkugel: Alles wird "grün" und "Service" - und Notebooks bleiben zu Hause

1. Februar 2008, 11:00
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10 Prophezeiungen aus dem Hause Gartner.

10 Prophezeiungen aus dem Hause Gartner.
Eine der Aufgaben von Marktforschern ist es, zu ganz unterschiedlichen Themen Prognosen abzugeben, um ihren Kunden, Herstellern wie Anwendern, strategische Entscheide zu erleichtern. Der US-Marktforscher Gartner macht nach eigenen Angaben Voraussagen zu über 100 verschiedenen Technologie-Trends. 10 davon hat er nun veröffentlicht.
Siegeszug von Apple, Niedergang des Notebooks
Apple wird seinen PC-Marktanteil in den USA und in Westeueropa gemäss Garnter bis 2011 verdoppeln. Dies weil Apple Soft- und Hardware besser integriert und den Fokus auf die reibungslose Zusammenarbeit verschiedener Geräte legt.
Zudem werden immer mehr Leute (nämlich die Hälfte bis 2012), die unterwegs arbeiten, ihr Notebook zu Hause lassen und andere Gerätchen benützen. Es wird neue Arten von kleinen, leichten Geräten geben, mit denen man auf das Internet zugreifen kann. Diese werden weniger als 400 Dollar kosten.
"Informationstechnologie als Service" und mit Open-Source-Komponenten
Bis in vier Jahren, so Gartner, wird es fast keine kommerzielle Software mehr geben, die nicht auch Open-Source-Komponenten enthält. Dies wird die TCO (Total Cost of Ownership) für Anbieter und Anwender senken. Wer den Trend verpasst, wird ernsthafte Nachteile im Markt haben.
Ausserdem wird alles "Service". Bis 2012 wird gemäss Gartner mindestens ein Drittel aller Geschäftssoftware als "Service" abonniert, statt gekauft. Das SaaS-Modell wird von den Tenören der Branche (SAP, Oracle, Microsoft, Abacus) unterstützt und die Art und Weise wie Software bezahlt wird, grundlegend verändern. Aber auch IT-Infrastruktur wird vermehrt "als Service" im Abo gemietet statt gekauft. Bis 2011, so die IT-Auguren, werden Pioniere bereits 40 Prozent ihrer Informatik-Infrastruktur nicht kaufen, sondern gebrauchsabhängig mieten. Mit ein Grund sind die steigenden Bandbreiten, die es erlauben, Rechner an weit entfernten Standorten zu benützen. Gartner glaubt, dass "Cloud Computing" einen Boom erleben wird. Dadurch werde die fixe Bindung zwischen einer Applikation und "ihrer" Hardware aufgehoben. Für die Kunden hat das grosse Vorteile, denn sie können ihren Lieferanten leichter wechseln, was den Druck auf die Preise erhöhen wird.
Umweltverträglichkeit wird Kaufkriterium
Bis heute sind "grüne" Argumente (Stromverbrauch, Ressourcenverbrauch bei Herstellung) eher Schlagworte der Hersteller, die bei den Kunden auf wenig Interesse stossen. Dies wird sich gemäss Gartner rasch ändern. Bis 2009 wird mehr als ein Drittel aller IT-Organisationen mindestens ein Umwelt-Kriterium in die sechs wichtigsten Kaufkriterien aufnehmen. Anfäglich wird Kostendruck (Strompreise) der Hauptreiber dieser Entwicklung sein.
Bis 2010 sollen nach Gartner sogar 75 Prozent aller Organisationen den Energiekonsum und die CO2-Produktion von PCs während ihres ganzen Lebens (full life cycle energy and CO2 footprint) - von der Herstellung der Komponenten bis zur Entsorgung - als zwingendes Kaufkriterium verwenden. Und Lieferanten von globalen Firmen werden ihr Umweltverhalten auditieren lassen müssen.
Und zum Schluss: 3D-Printer
Interessant finden wir die 9. Prognose von Gartner. Die Marktforscher behaupten nämlich, dass IT-Abteilungen vermehrt die Präferenzen der Endanwender bei ihren Kaufentscheiden berücksichtigen müssen. Dies, weil Informatik das ganze Leben der Anwender durchdringt und sie deshalb gewöhnt sind, laufend "IT-Entscheide" zu treffen.
Nr. 10 der Gartnerschen Prophezeiungen ist erstaunlich: Bis 2011 soll sich nämlich die Zahl der installierten 3D-"Printer" glatt verhundertfachen. 3D-"Printer" schneiden ein dreidimensionales Modell aus einem Kunststoff-Block. Noch dieses Jahr sollen 3D-"Printer" für weniger als 10'000 Dollar auf den Markt kommen und solche "Drucker" damit für ambitionierte Einzelpersonen erschwinglich machen. (Christoph Hugenschmidt)

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