"Kündigungen im grossen Stil" bei T-Systems?

7. Mai 2009, 10:20
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T-Systems streicht in Deutschland 3000 Stellen. Rund 1500 Angestellte müssen offenbar mit betriebsbedingten Kündigungen rechnen. Umsatzrückgang im ersten Quartal.

T-Systems streicht in Deutschland 3000 Stellen. Rund 1500 Angestellte müssen offenbar mit betriebsbedingten Kündigungen rechnen. Umsatzrückgang im ersten Quartal.
'Financial Times Deutschland' berichtet heute exklusiv über einen "Stellenkahlschlag bei T-Systems". Der auch in der Schweiz präsente deutsche IT-Dienstleister werde bis Ende dieses Jahres in Deutschland mehr als 3000 Stellen streichen.
Dass T-Systems beziehungsweise die Muttergesellschaft Deutsche Telekom Stellen streicht, ist nicht neu – jedes Jahr baut der Konzern Tausende von Jobs ab, Rezession hin oder her. Neu ist, dass es bisher nie zu umfassenden betriebsbedingten Kündigungen gekommen ist. Nun spricht 'FTD' von solchen "im grossen Stil". Nur für rund die Hälfte der 3000 Betroffenen deute sich derzeit ein sozial abgefedertes "Ausscheiden aus dem Konzern an", berichtet das Blatt unter Berufung auf Unternehmenskreise. Rund 1500 T-Systems-Angestellte müssten dagegen mit betriebsbedingten Kündigungen rechnen.
Obermann: "Säbelrasseln"
Betroffen von den Abbauplänen sind gemäss 'FTD' insgesamt zwischen 1500 und 1600 Mitarbeitende der rund 8000 Personen zählenden deutschen Belegschaft des Bereichs Systemintegration. Das ist jener Bereich, in dem T-Systems seit einem Jahr mit dem amerikanisch-indischen Outsourcer Cognizant kooperiert. Ähnlich viel Personal müsse im Servicebereich von T-Systems um seine Stellen fürchten. Die Mitarbeitenden dieser T-Systems-Sparte betreuen und warten zum Beispiel Computernetze von Unternehmenskunden.
Der Chef der Deutschen Telekom, René Obermann, wies heute an der Bilanzmedienkonferenz den Bericht zurück und sprach von "Säbelrasseln". Das Unternehmen habe in der Vergangenheit mehrfach betont, dass ein Personal- und Kostenumbau in der Geschäftskundensparte notwendig sei. Man strebe dabei sozialverträgliche Lösungen an. Derzeit befänden sich die Tarifpartner in Verhandlungen.
Umsatzrückgang im Q1
Die heute veröffentlichten Zahlen von T-Systems zeigen, dass der Outsourcer weiterhin unter der Krise leidet. Der Gesamtumsatz im ersten Quartal sank um 4,3 Prozent auf 2,106 Milliarden Euro. In Deutschland resultierte ein Rückgang um 8,2 Prozent auf 1,472 Milliarden Dollar, im Ausland konnte T-Systems um 6,4 Prozent wachsen. Den Umsatzrückgang im Inland begründet T-Systems im Wesentlichen mit dem um 12,4 Prozent niedrigeren internen Geschäftsvolumen mit der Deutschen Telekom. Dies unterstreiche den Beitrag von T-Systems zur Kostensenkung im Konzern.
Während der Bereich "Computing & Desktop Services" stagnierte, gingen die Umsätze bei "Systems Integration" und "Telecommunications" um 5,4 respektive 8,3 Prozent zurück. Das Betriebsergebnis sank um 97,7 Prozent auf nunmehr 11 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA wuchs um 3,4 Prozent auf 211 Millionen Euro. (Maurizio Minetti)

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