Lagert T-Systems 16'000 Programmierer aus?

27. August 2007, 13:55
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Der Bereich Systems Integration mit weltweit 16'000 Softwareentwicklern soll in eine Partnerschaft eingebracht werden. Die beiden Sparten Enterprise Services und Business Services sollen zusammengelegt werden.

Der Bereich Systems Integration mit weltweit 16'000 Softwareentwicklern soll in eine Partnerschaft eingebracht werden. Die beiden Sparten Enterprise Services und Business Services sollen zusammengelegt werden.
Die zukünftige Ausrichtung des deutschen IT-Dienstleisters und Outsourcers T-Systems dürfte in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden. Verschiedene deutsche Medien berichteten am Wochenende über die neusten Entwicklungen in der Causa T-Systems: Das Tochterunternehmen der Deutschen Telekom ist seit Frühjahr in der engeren Wahl.
SI wird ausgelagert
'Focus' schreibt, dass Telekom-Chef René Obermann und Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick 16'000 Programmierer und Computertechniker aus dem T-Systems-Bereich Systems Integration (SI) in ein Gemeinschaftsunternehmen einbringen wollen. Damit wird zumindest einmal klarer, wie die Pläne der Telekom-Führung aussehen – sollten diese Angaben stimmen. Der Partner soll "möglichst stark und international" sein. Laut 'Focus' ist noch offen, wer das sein wird. Spekulationen darüber gab es in der Vergangenheit zuhauf.
SI gehört zur T-Systems-Sparte Enterprise Services (ES). Wie die deutsche Nachrichtenagentur 'dpa-AFX' gestern berichtete, soll die Sparte ES mit der Sparte Business Services (BS) zusammengelegt werden. Damit sollen Kosten gesenkt werden. Auch 'dpa-AFX' geht davon aus, dass SI in eine Partnerschaft eingebracht wird. Je nach Quelle arbeiten 16'000 bis 18'000 Softwareentwickler im SI-Bereich. Laut 'Focus' wird nun erwägt, diese Tätigkeiten nach Osteuropa oder Indien auszulagern. Die 17'000 Beschäftigten der ebenfalls zu ES gehörenden Sparte IT-Operations (Betrieb der Rechenzentren) sollen hingegen nicht betroffen sein.
Partner mit "vielen Ressourcen" in Indien
Der zukünftige Partner von T-Systems verfügt den Berichten zufolge über "viele Ressourcen" in Indien. T-Systems beschäftigt in über zwanzig Ländern 56'000 Mitarbeiter, hat bislang in Niedriglohnländern aber weniger als 3000 Mitarbeitende, was verglichen mit Branchengrössen wie IBM und Accenture sehr wenige sind.
Laut 'Focus' löst bei der Gewerkschaft Ver.di diese sich abzeichnende Strategie Unbehagen aus. "Es darf keinen Angriff auf die Existenzbedingungen der Beschäftigten geben", so Ver.di-Bundesvorstand Lothar Schröder. Die Telekom könne sich nicht gesundschrumpfen, sondern benötige eine Vorwärtsstrategie, um weiter zu kommen. Ein Arbeitsplatzabbau ist jedoch den Berichten zufolge nicht zwingen notwendig. Da rund zwei Drittel der Dienstleistungen direkt beim Kunden erbracht werden müssten, werde die Telekom weiter Beschäftigte im Bereich SI benötigen. Weder T-Systems noch die Deutsche Telekom wollten die Berichte kommentieren.
T-Systems Schweiz
In der Schweiz beschäftigt T-Systems rund 1000 Mitarbeitende. Hierzulande sind die Bereiche ES und BS aber nicht unterteilt. Zudem sind die meisten der 120 Angestellten des SI-Bereichs in der Schweiz für Application Management und weniger für Softwareentwicklung zuständig. (Maurizio Minetti)

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