Libra Association ernennt ersten CEO

7. Mai 2020, 09:45
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Kernaufgabe des CEOs wird sein, Regulatoren davon zu überzeugen, dass die digitale Währung nicht für illegalen Handel und Geldwäsche missbraucht wird.

Die in der Schweiz ansässige Libra Association hat ihren ersten CEO ernannt. Suart Levey, derzeit Rechtschef der Bank HSBC, wird die Leitung der Stiftung übernehmen. Er werde im Laufe des Sommers von seiner Funktion bei HSBC zurücktreten und zur Association wechseln, teilt die Stiftung mit.
Levey bringe eine Fülle von Führungserfahrung aus dem privaten und öffentlichen Sektor mit, die sich vom Bankenwesen über Regulierungspolitik hin zu Fragen der nationalen Sicherheit erstrecke, schreibt die in Genf ansässige Libra Association. Levey werde in Washington stationiert sein.
Bevor Levey zur HSBC kam, war er Unterstaatssekretär im Office of Terrorism and Financial Intelligence des amerikanischen Finanzministeriums unter den Regierungen Bush und Obama.
Die von Facebook gegründete Stiftung will ein globales Zahlungssystem und eine Finanzinfrastruktur aufbauen. Sie ist deswegen von Unternehmen, Politikern und Regulierungsbehörden weltweit kritisiert worden. Eine Herausforderung für den CEO wird es somit auch sein, Regulatoren und Politiker davon zu überzeugen, dass die digitale Währung nicht zum Zufluchtsort für Drogenhändler und Geldwäscher wird. Levey habe in seiner Zeit im Finanzministerium einen massgeblichen Beitrag zur Bekämpfung illegaler Finanzierungen geleistet, schreibt die Libra Association.

Libra Association will Finma-Lizenz

Bei der Libra-Stiftung werde Levey als übergreifender strategischer Leiter des Projekts fungieren. Dabei bringe er sein Fachwissen ein, um technologische Innovation mit "Compliance und einem soliden Regulierungsrahmen" zu verbinden, heisst es weiter.
Dazu gehöre auch der kürzlich eingeleitete Prozess, sich unter die Aufsicht der Finma zu stellen und eine Lizenz zu erhalten. Das Zulassungsverfahren wurde am 16. April 2020 formell eingeleitet, geht aus der Mitteilung hervor. 

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