Microsoft Business Solutions wird profitabel

27. Januar 2006, 10:33
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Vor allem Serversoftware wird für den Softwareriesen immer lukrativer – und Microsoft Business Solutions verliert kein Geld mehr.

Vor allem Serversoftware wird für den Softwareriesen immer lukrativer – und Microsoft Business Solutions verliert kein Geld mehr.
Während einige IT-Unternehmen in letzter Zeit die Börse etwas kopfscheu machten – meist mit guten Zahlen, die aber nicht ganz den sehr hohen Erwartungen entsprachen – hat der neuste Microsoft-Quartalsbericht das Vertrauen in den Sektor wieder gestärkt. Dabei war insbesondere wichtig, dass Microsoft seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr beibehalten konnte.
Im Quartal, das am 31. Dezember endete, dem zweiten Quartal des Microsoft-Geschäftsjahrs, hat der Softwareriese einen Umsatz von 11,84 Milliarden Dollar erzielt, 9,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Gewinn stieg um 5,4 Prozent auf 3,65 Milliarden Dollar.
Die auffälligste Enwicklung zeigte dabei der Bereich "Server- und Tools" (Serversoftware wie Windows Server, SQL Server, Exchange usw.) In dieses dritte Hauptstandbein neben "Clients" (Windows Betriebssysteme für PCs) und "Information Worker" (Office) investiert Microsoft schon seit vielen Jahren. Im abgelaufenen Quartal stieg der Umsatz im Bereich "Server- und Tools", unter anderem dank der Einführung einer neuen Version von SQL Server, um 14 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar. Noch ist der Bereich zwar nicht so profitabel wie die anderen beiden Hauptbereiche, aber was nicht ist, kann ja noch werden: Der operative Gewinn stieg jedenfalls noch stärker als der Umsatz, nämlich um 16 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar.
Der grösste Umsatzträger Microsofts bleibt mit einem Wachstum von 8,3 Prozent auf 3,46 Milliarden Dollar Umsatz im letzten Quartal der Bereich "Clients". Davon blieben 2,64 Milliarden Dollar als operativer Gewinn hängen. Der Bereich "Information Worker" erzielte bei 2,98 Milliarden Umsatz einen operativen Gewinn von 2,1 Milliarden Dollar.
Business Solutions nun in Schwarz, Entertainment in Rot
Im Bereich Business Solutions (ERP, CRM usw.) stieg der Umsatz Microsofts um 17 Prozent auf 242 Millionen Dollar: Und zum ersten Mal überhaupt, seit Microsoft die operativen Gewinne nach Bereich ausweist, hat Business Solutions in einem Quartal einen Gewinn vorzuweisen: Statt 17 Millionen Dollar Verlust wie vor einem Jahr gab es diesmal einen operativen Gewinn von 10 Millionen Dollar.
Umgekehrt verlief die Entwicklung im Bereich "Home and Entertainment" (vor allem Xbox und die dazugehörigen Spiele). Hier resultierte ein operativer Verlust von 293 Millionen Dollar, während der Bereich vor einem Jahr noch 55 Millionen Dollar Gewinn einfuhr. Der Hauptgrund für den Verlust ist dabei sicher der Launch der Xbox360 – beim Marktstart einer Spielekonsole zahlt der Hersteller traditionellerweise zuerst einmal kräftig drauf. Die Lieferschwierigkeiten dürften weniger ins Gewicht gefallen sein.
Im Internet-Werbegeschäft hat Microsoft gegen Google, Yahoo und Co., die in letzter Zeit kräftig wuchsen, weiterhin einen schweren Stand. Der Umsatz von Microsofts Internet-Portal MSN sank dieses mal sogar leicht auf 593 Millionen Dollar im abgelaufenen Quartal. Der operative Gewinn wurde mehr als halbiert und lag bei 58 Millionen Dollar. Der letzte Bereich, "Mobile and Embedded Devices", erzielte bei 101 Millionen Dollar Umsatz 20 Millionen Dollar Gewinn. (Hans Jörg Maron)

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