Das Wachstum von Nvidia bleibt bemerkenswert. Einige Marktbeobachter hatten erwartet, dass der Umsatz aufgrund einer gewissen Marktsättigung nicht so rasant weiter steigen würde, wie in den vergangenen rund drei Jahren. Zumindest im letzten Quartal war dieser Effekt aber noch nicht spürbar. Der KI-Boom hat das Geschäft des Chipkonzerns weiter stark angeheizt. Im vergangenen Quartal sprang der Umsatz im Jahresvergleich um 69% auf rund 44,1 Milliarden Dollar. Nvidia übertraf damit die Erwartungen der Wall Street. Im Vergleich zum Quartal davor gab es ein Plus von 12%.
Der Gewinn von Nvidia stieg im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um gut ein Viertel auf fast 18,8 Milliarden Dollar.
Überraschend ist das heftige Wachstum auch, weil eigentlich die US-Exporthürden für fortschrittliche KI-Technologie das Nvidia-Geschäft in China spürbar bremsen. Allein im laufenden Vierteljahr werden dem Konzern nach eigener Schätzung dadurch Erlöse von 8 Milliarden Dollar entgehen. Im vergangenen Quartal musste Nvidia deswegen 4,5 Milliarden Dollar abschreiben. Es sei allerdings eine Milliarde weniger gewesen als zunächst erwartet, da ein Teil der Technik anderweitig verwendet worden sei, erklärten Vertreter des Chipkonzerns.
US-Regierung bremst China-Geschäft
Schon unter dem vorherigen Präsidenten Joe Biden schufen die USA Hürden für den Verkauf der modernsten Hochleistungschips nach China. Nvidia konnte deswegen an chinesische Unternehmen nur langsamere Versionen seiner KI-Chips liefern. Doch selbst diese Chipsysteme fallen seit Mitte April aufgrund neuer Dekrete von Donald Trump unter Exportbeschränkungen.
Nvidia-Chef Jensen Huang sagte bereits, dem Konzern dürften dadurch insgesamt Erlöse von 15 Milliarden Dollar entgehen. Er kritisierte, die US-Regierung sporne dadurch das Entstehen einheimischer Nvidia-Rivalen in China an. Für das laufende Quartal prognostizierte Nvidia trotz der Einbussen im chinesischen Markt einen Umsatz von 45 Milliarden Dollar.
Die US-Regierung soll Ende der vergangenen Woche auch neue Exportbeschränkungen für Hersteller von Halbleiter-Designsoftware eingeführt haben. Diesen sei untersagt worden, Geschäfte mit chinesischen Unternehmen zu machen, sagen Vertreter der Branche. Betroffen sind davon Unternehmen wie Synopsis oder Cadence. Nvidia verkauft keine Designsoftware und ist daher von dieser neuen Massnahme der Regierung nicht betroffen.
(Mit Material von Keystone-sda.)