Die Game-Szene staunt Bauklötzchen.
Microsoft hat heute seine Absicht bekannt gegeben, den schwedischen Spieleentwickler Mojang und damit dessen Computerspiel "Minecraft" zu übernehmen. Der Kaufpreis für das Unternehmen, das sich in Privatbesitz befindet, beträgt 2,5 Milliarden Dollar.
Minecraft wurde vom schwedischen Programmierer Markus Persson zuerst im Alleingang entwickelt und 2009 erstmals veröffentlicht. Ende 2010 gründete Persson mit zwei Mitstreitern das Studio Mojang. Die erste kostenpflichtige Vollversion wurde im November 2011 lanciert. Das anfangs noch kostenlose Spiel wurde trotz seiner primitiven, an die Anfänge der Computerspiele erinnernde Grafik eines der erfolgreichsten Games aller Zeiten. Das innovative, sehr offene Spielprinzip schlägt weltweit Millionen von Spielern in seinen Bann. Das Spiel "Minecraft" basiert auf digitalen Bauklötzchen, mit denen sich Spieler eigene Häuser und ganze Welten bauen und darin so ziemlich alles machen können, was sie wollen. Um Minecraft ist auch eine riesige Community entstanden, die ihre Kreationen untereinander austauscht.
Trotzdem staunen Beobachter der Szene über den hohen Preis, den Microsoft nun für Minecraft bezahlen will. Die Community ist gross, wie gross sie aber im Vergleich zu anderen Online-Communities ist, ist schwer zusagen. Ausserdem stellt sich die Frage, wie gross das Potential ist, um sechs Jahre nach dem Launch noch weitere Neuspieler anzuziehen. Gemäss Microsoft wurde Minecraft für den PC seit 2009 über 100 Millionen Mal heruntergeladen. Laut der
Minecraft-Seite haben aber nur knapp 17 Millionen auch tatsächlich eine PC oder Mac-Version gekauft. Über Nutzerzahlen auf anderen Plattformen haben wir keine Angaben gefunden.
Minecraft ist gegenwärtig für Windows, iOS, Android, Xbox und PlayStation erhältlich. Microsoft hat anlässliche der Bekanntgabe der Übernahme auch versprochen, dass alle diese Plattformen auch in Zukunft weiter unterstützt werden sollen. (Hans Jörg Maron)