Microsoft will spätestens im Jahr 2030 der Atmosphäre mehr Kohlendioxid entziehen als man produziere, kündigte Microsoft-CEO Satya Nadella an. Bis zum Jahr 2050 wolle der Konzern all den Kohlenstoff aus der Umwelt entfernen, den das Unternehmen seit seiner Gründung im Jahr 1975 entweder direkt oder durch den Stromverbrauch verursacht habe.
Der IT-Branche wird vorgeworfen, durch ihren hohen Stromverbrauch massiv zum Klimawandel beizutragen. Laut einigen Studien setzen allein Cloud-Anwendungen und Streaming-Dienste mehr CO2 frei als die gesamte Luftfahrt.
Nadella räumte ein, dass es noch keine Verfahren gebe, um der Atmosphäre sehr grosse Mengen an CO2 zu entziehen. Deshalb werde Microsoft einen Fonds in Höhe von einer Milliarde Dollar eröffnen, um die Entwicklung von Technologien zu fördern, mit denen man CO2-negativ werden könne. An der Initiative sollen auch Partner und Zulieferer von Microsoft beteiligt werden.
CO2-Reduktion wird Kriterium für Zulieferer
Ab 2021 werde die CO2-Reduktion ausdrücklich bei der Auswahl von Zulieferern berücksichtigt. Intern werde Microsoft eine CO2-Abgabe von 15 Dollar pro Tonne CO2 einführen, mit der jede Abteilung in der internen Verrechnung auch tatsächlich belastet werde.
Das umfassende Programm, mit dem Microsoft seinen CO2-Ausstoss um mehr als die Hälfte verringern will, ziele deshalb sowohl auf die direkten Emissionen des Unternehmens als auch auf den CO2-Ausstoss in der gesamten Liefer- und Wertschöpfungskette, heisst es in einer Mitteilung.
Erreicht werden sollen diese Ziele mit Massnahmen wie "Aufforstungsprojekten, Massnahmen zur Bindung von Kohlenstoff im Boden, Bioenergie in Verbindung mit CO2-Abscheidung und -Speicherung, sowie direkte CO2-Rückgewinnung aus der Luft". Auch die Unterstützung von politischen Initiativen für eine beschleunigte CO2-Reduzierung sei geplant.
"Während die Welt CO2-Neutralität erreichen muss, sollten diejenigen von uns, die schneller vorangehen können, dies auch tun. Deshalb kündigen wir ein ehrgeiziges Ziel und einen neuen Plan an", sagte Microsoft-Präsident Brad Smith.