Microsoft vs. US-Durchsuchungs­befehl für irisches RZ

8. September 2015, 09:40
image

Seit zwei Jahren wehrt sich Microsoft mit Kräften gegen einen Durchsuchungsbefehl, in dem US-Behörden die Auslieferung von E-Mails fordern, die in einem irischen Rechenzentrum gespeichert sind.

Seit zwei Jahren wehrt sich Microsoft mit Kräften gegen einen Durchsuchungsbefehl, in dem US-Behörden die Auslieferung von E-Mails fordern, die in einem irischen Rechenzentrum gespeichert sind. Jetzt soll ein Bundesgericht der USA entscheiden, ob Microsoft zur Herausgabe von im Ausland gespeicherten Daten gezwungen werden kann, berichtet das 'Wall Street Journal' (Paywall).
Microsoft stellt sich auf den Standpunkt, dass das Rechenzentrum durch irisches und EU-Recht protegiert sei. Das US-Justizdepartement stellt sich hingegen auf den Standpunkt, dass Microsoft als US-amerikanisches Unternehmen auch US-amerikanischem Recht unterstehe. Da der Konzern aus den USA heraus Zugang zu den Daten habe, gäbe es keinen internationalen Konflikt.
In erster Distanz sei zuvor geurteilt worden, dass Microsoft die Daten herausgeben müsse. Nun steht vor einem Gericht in Manhattan die zweite Runde an. Eine Anhörung findet demnach am Mittwoch statt, das Urteil wird erst in den kommenden Monaten erwartet.
Microsoft erhält in dem Verfahren unter anderem Unterstützung von Amazon, Verizon und Cisco Systems, wie das 'Wall Street Journal' weiter berichtet. Die Unternehmen fürchten wie Microsoft einen Wettbewerbsnachteil, sollte sich herausstellen, dass ihre Kunden im Ausland nicht durch lokales Recht geschützt sind. (mik)

Loading

Mehr zum Thema

image

Cybersecurity bei EY

Mit dem Cybersecurity Team unterstützen wir bei EY unsere Kundinnen und Kunden bei der Risikominimierung von Cyberangriffen.

image

Ransomware-Bande meldet Angriff auf Ferrari

Die Gruppe Ransomexx hat angeblich erbeutete Dateien veröffentlicht. Der Automobilhersteller erklärt, keine Beweise für eine Verletzung seiner Systeme zu haben.

publiziert am 3.10.2022
image

Zürcher Datenschützerin zum Cloudeinsatz: "Der Regierungsratsbeschluss ändert gar nichts"

Bei Dominika Blonski häufen sich seit dem Frühling Anfragen von Behörden zur Cloudnutzung. Im Gespräch sagt die Datenschützerin: "Ich weiss nicht, was die Absicht der Zürcher Regierung war."

publiziert am 30.9.2022 7
image

Intel bringt Mobileye die Börse

Durch den Börsengang des Auto-Zulieferers soll eine Bewertung von 30 Milliarden Dollar erreicht werden. Dies ist deutlich weniger als früher erwartet wurde.

publiziert am 3.10.2022 1