Mir einem Patentantrag für ein modular erweiterbares Betriebssystem geht Microsoft neue Wege und gibt Vistas Anytime einen ganz neuen Stellenwert.
Microsofts Programme, allen voran seine Betriebssysteme waren bislang immer monolithische Blöcke, die lediglich mittels Patchen und gelegentlichen Service Packs optimiert wurden. Mit
Anytime bietet das ab heute auch für Privatkunden und KMUs erhältliche Vista dem User erstmals eine bequeme Möglich zu einem Update auf ein höheres Leistungspaket. Jede DVD enthält die maximale Ausbaustufe des Betriebssystems, installiert aber je nach eingegebenem Schlüssel nur die erworbenen Komponenten. Es besteht jedoch die Option weitere Funktionen später zu erwerben und vom Original-Silberling nachzuinstallieren. Insoweit weisst also auch Vista schon modulare Eigenschaften auf.
Mit einem im Juni 2005 eingereichten und am 14. Dezember 2006 veröffentlichten
Patentantrag versucht die Redmonder Softwareschmiede nun ein Verfahren für Modular erweiterbare Betriebssysteme zu schützen. Ob dies gelingt bleibt abzuwarten. Auch Linux und Unix verfügen über Package Management Systeme auch wenn diese nicht über das im Antrag beschriebenen Validierungsverfahren für Softwarelizenzen verfügen.
Wesentlicher ist, dass Microsoft von seiner Strategie alle paar Jahre ein neues Betriebssystem auf den Markt zu bringen und damit Hard- und Softwarehersteller, nicht zu reden von Systemadministratoren, vor immer neue Herausforderungen zu stellen, abzurücken scheint. Stattdessen sieht es so aus, als ob man auf eine Strategie permanenter Erweiterung umschwenkt, die nicht nur eine höhere Flexibilität bezüglich der Adaption neuer Technologien verspricht, sondern auch einen gleichmässigeren Einkommensfluss. Das heutige Vista scheint dafür noch nicht geeignet zu sein, aber was spricht gegen ein demnächst parallel zu ihm angebotenes Vista M für Modular? Es würde einen fliessenden Übergang zur neuen Doktrin erlauben, ohne ein neues OS entwickeln zu müssen. (tm)