Milliarden-Deal: Infineon kauft US-Konkurrenten Cypress

3. Juni 2019, 11:54
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Der Chiphersteller Infineon wagt den bisher grössten Übernahmeversuch seiner Geschichte.

Der Chiphersteller Infineon wagt den bisher grössten Übernahmeversuch seiner Geschichte. Der Konzern will für neun Milliarden Euro den US-Konkurrenten Cypress Semiconductor übernehmen. Dazu bietet Infineon den Cypress-Aktionären 23,85 Dollar je Anteil, wie das deutsche Unternehmen mitteilt. Das sei ein Aufschlag von 34 Prozent zum Schlusskurs vom Freitag und von 46 Prozent auf den Durchschnittskurs der vergangenen 30 Handelstage.
Infineon hat sich bereits die Unterstützung der Cypress-Führungsspitze gesichert und will die Übernahme spätestens Anfang 2020 abschliessen. Die Aktionäre müssen das Angebot aber erst noch annehmen. Vor allem müssen auch die zuständigen Aufsichtsbehörden der Übernahme zustimmen.
"Die geplante Übernahme von Cypress ist ein grosser und richtungsweisender Schritt bei der strategischen Weiterentwicklung von Infineon", sagte Unternehmenschef Reinhard Ploss. Mit dem Zukauf würde der Konzern aus Bayern nach eigenen Angaben zur Nummer acht unter den Chip-Herstellern weltweit aufsteigen. Zugleich sieht sich Infineon damit als künftige Nummer eins bei Chips für den Automobilmarkt. Die Technologieportfolios beider Gesellschaften ergänzten sich und eröffneten grosses Potenzial in den wachstumsstarken Zielmärkten Automotive, Industrie und IoT, argumentiert das Management.
Cypress ist in den vergangenen Jahren vor allem dank einer Übernahme stark gewachsen. 2018 setzte der Konzern rund 2,5 Milliarden US-Dollar um und verdiente dabei 355 Millionen Dollar. Infineon kam im Geschäftsjahr 2017/18 auf einen Umsatz von 7,6 Milliarden Euro – der Gewinn lag bei 1,1 Milliarden Euro.
Am Finanzmarkt kamen die Neuigkeiten zunächst nicht gut an. Die Aktien von Infineon sackten am Montag um bis zu 6,5 Prozent auf ein Zweieinhalb-Jahres-Tief. Anlegern stiess vor allem der gebotene Preis sauer auf. "Der Kaufpreis ist ambitioniert, insbesondere im Hinblick auf die aktuellen Marktunsicherheiten", sagte Analyst Harald Schnitzer von der DZ Bank. (Keystone-sda/kjo)

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