Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat mehr als ein Dutzend Marken für eine digitale Währung beim Patentamt eintragen lassen. Dies berichtet die 'Handelszeitung'. Dazu gehören Namen wie "Digitaler Schweizer Franken" oder "e-franco".
Die SNB bestätigte den Bericht. Die Einträge beim Patentamt erfolgten, nachdem im Dezember 2020 erste Tests für ein Digitalgeld unter dem Namen
"Project Helvetia" abgeschlossen worden waren. Dabei hatte die Nationalbank eine Art "Wholesale"-Währung erfolgreich getestet.
Die aktuelle Markeneintragungen dürften aber eher einen "defensiven Charakter" haben, schreibt die
'Handelszeitung'. Ein Sprecher teilte der Zeitung mit, die SNB plane nicht, einen digitalen Franken für Endkunden einzuführen, da dies keinerlei Vorteile gegenüber den bestehenden Systemen bringe. Geprüft werde lediglich, ob eine digitale Währung für Grosskunden wie Banken Sinn machen würde.
Nicht gesichert habe sich die Notenbank die entsprechenden Internet-Adressen. Diese seien teilweise schon seit Jahren an Dritte vergeben.
EZB will digitalen Euro bis spätestens 2026
In der EU will die Europäische Zentralbank (EZB) Mitte 2021 entscheiden, ob sie das Projekt eines digitalen Euros weiterverfolgt. Eine öffentliche Befragung zum Thema
stiess auf grosses Interesse. EZB-Präsidentin Christine Lagarde erklärte am 13. Januar: "Wir werden einen digitalen Euro haben. Das ist nicht für morgen, das wird einige Zeit benötigen, um sicherzustellen, dass es etwas gibt, was sicher ist." Sie hoffe, dass dies nicht länger als fünf Jahre dauern werde.
Auch andere Notenbanken beschäftigen sich mit digitalem Zentralbankgeld und haben ihre Projekte zum Teil schon weit vorangetrieben: so das
Projekt E-Krona der schwedischen Zentralbank oder die digitale Variante der Währung Renminbi in China.