Nationalrat will Netzneutralität

17. Juni 2014 um 11:35
  • politik & wirtschaft
image

Der Vorstoss von Balthasar Glättli wurde angenommen: Die Netzneutralität soll gesetzlich festgeschrieben werden.

Der Vorstoss von Balthasar Glättli wurde angenommen: Die Netzneutralität soll gesetzlich festgeschrieben werden.
Der Nationalrat hat heute Dienstag an der Sommersession die Motion des Grünen Nationalrats Balthasar Glättli "Fernmeldegesetz. Gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität" mit 65 Prozent angenommen. Glättli bezeichnete die Netzneutralität als eine Grundbedingung für das Internet. Sie allein schliesse eine Beeinflussung durch den Provider aus und sichere die Informationsfreiheit. 111 Anwesende haben Ja gestimmt, 61 Nein und 18 enthielten sich.
Somit hat der Nationalrat den Bundesrat mit einer gesetzlichen Regelung der Netzneutralität beauftragt. Dies soll in der geplanten Teilrevision des Fernmeldegesetzes. Der Bundesrat sei an einem Bericht zum Fernmeldemarkt und hoffe, dort Überlegungen einfliessen zu lassen. Der Vorstoss geht nun in den Ständerat.
Links und rechts dafür
Wie auf 'Politnetz.ch' ersichtlich, waren vor allem die klassischen Mitteparteien wie CVP und FDP dagegen. Sowohl SP, Grüne und GLP haben geschlossen dafür gestimmt - auch die SVP mit zwei Ausnahmen.
Auffallend ist, dass der FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen gegen den Vorstoss war. Er gehört dem Präsidium der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit an, die ansonsten in corpore dafür war und sich auch dafür eingesetzt hat. (Die Parldigi-Empfehlung antwortet er auf die Frage, warum er so entschieden hat: "(Die) Argumentation hat mich nicht überzeugt und zudem weiss man nicht, was im Gesetz genau gemacht werden soll."
Eine weitere Überraschung ist Ruedi Noser. Der FDP-Nationalrat ist Präsident des Branchenverbands ICTswitzerland und steht normalerweise auf der Seite der Branche. Bei diesem Vorstoss aber nicht - er hat ein Nein eingelegt. "So wie das Kollege Glättli vertritt, kann man das nicht unterstützen", schreibt er auf Twitter auf die Frage, weshalb er so entschieden hat. (lvb)

Loading

Mehr zum Thema

image

Amazon nimmt in der Schweiz Anleihen für 2,82 Milliarden Franken auf

Es ist einer der grössten Beträge, die je ein Unternehmen in Franken aufgenommen hat. Gebraucht wird das Geld vor allem für KI und Cloud.

publiziert am 12.5.2026
imageAbo

BKW vergibt Auftrag für CRM und Vertragsmanagement

Die Berner Kraftwerke investieren rund 25 Millionen Franken in Softwarelösungen bis 2031.

publiziert am 12.5.2026
imageAbo

Nach Zürich wird auch für Luzerns Schulen mehr Open Source gefordert

Ratsmitglieder aus mehreren Parteien haben einen Vorstoss zu Open-Source-Software an den städtischen Schulen eingereicht. "Das Anliegen stösst auf breite Zustimmung", erklärt Erstunterzeichner Adrian Häfliger.

publiziert am 12.5.2026
image

Digitale Briefe der Post liegen auf Google-Servern

Digitale Sendungen der Schweizerischen Post werden auf Servern von Google gespeichert. Das wirft Fragen in Bezug auf die digitale Souveränität des Unternehmens auf.

publiziert am 12.5.2026