Notebooks: Intel winkt schon mit 22-nm-Efeubrücke

3. November 2010, 09:22
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Während sich die Notebook-Welt auf den Startschuss für "Huron River" zur CES 2011 vorbereitet, hat Intel die Partner aus dem Motherboard-Lager in Taiwan schon mal auf die nächste Plattform eingestimmt.

Während sich die Notebook-Welt auf den Startschuss für "Huron River" zur CES 2011 vorbereitet, hat Intel die Partner aus dem Motherboard-Lager in Taiwan schon mal auf die nächste Plattform eingestimmt. Mit dem Codenamen "Chief River" soll diese die "Ivy Bridge" (wörtlich übersetzt: Efeubrücke) getaufte nächste Generation von Prozessoren auf Basis der 22-Nanometer-Fertigung als Herzstück haben und nativ USB 3.0 unterstützen. Geplanter Beginn der Massenproduktion ist September 2011, der offizielle Launch der ersten Notebooks mit den 22-nm-Prozessoren soll im Januar 2012 erfolgen, wie 'Digitimes' berichtet.
Im zweiten Quartal will Intel auch mit der Massenproduktion einer "Cedar Trail-M" genannten, neuen Netbook-Plattform beginnen. Für superdünne Netbooks und das von dem Chipriesen bisher vernachlässigte Tablet-PC-Segment soll im Dezember 2010 die "Oak Trail"-Plattform in die Serienproduktion gehen. Diese vereint Intels Lincroft-Prozessoren der Serie Atom Z6xx mit dem "Whitney Point"-Chipsatz. Nachdem die Notebook-Produzenten in Taiwan ihre Margen aufgrund enttäuschender Nachfrage in jüngster Zeit immer mehr schrumpfen gesehen haben, gibt ihnen "Huron River" und der erwartete Run zu Chinesisch Neujahr Anfang Februar 2011 wieder Hoffnung.
Derweil betritt Intel mit der Auslieferung von Chips an einen Drittanbieter absolutes Neuland. Wie Achronix Semiconductor aus San Jose in Kalifornien mitteilte, werden Intels 22-nm-Chips Basis für die eigenen FPGAs (Field Programmable Gate Arrays) der Zukunft sein. Es handelt sich dabei um integrierte Schaltkreise, die nach der Herstellung auf Kundenwunsch programmiert werden können. Gegenüber von FPGAs mit einer Strukturdichte von 28 nm soll das "Achronix Speedster22i" mit einer um 300 Prozent gesteigerten Leistung bei 50 Prozent weniger Energieverbrauch glänzen und dabei in der Produktion auch noch 40 Prozent weniger kosten.
Wie in Industriekreisen spekuliert wird, zielt Intel mit der Auslieferung der 22-nm-Chips an einen Drittanbieter darauf, in dem von TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) dominierten High-End-Bereich ein größeres Stück vom Kuchen abzubekommen. Der weltgrösste Chip-Auftragsfertiger hat zwar schon auf die Gerüchte reagiert und mitgeteilt, dass er sich durch Intels neuen Vorstoß nicht bedroht sehe. Aber es gibt auch Stimmen, die sagen, dass das Unternehmen das Rennen bei Achronix verloren habe, weil es im April 2010 angekündigt hat, die 22-nm-Ferigung zu überspringen und gleich von 28 auf 20 nm zu gehen, allerdings erst mit Start der Massenproduktion in der zweiten Hälfte 2012, also rund ein Jahr später als Intel. (Klaus Hauptfleisch)

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