Oracle baut neues Blech

3. Dezember 2010, 16:48
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Und ist stolz darauf: T3-"Supercluster" sollen die Konkurrenz abhängen, "Elastic Cloud" soll Oracle in Cloud-RZs bringen und eine weitere Generation der Sparc-CPU ist in Arbeit.

Und ist stolz darauf: T3-'Supercluster' sollen die Konkurrenz abhängen, 'Elastic Cloud' soll Oracle in Cloud-RZs bringen und eine weitere Generation der Sparc-CPU ist in Arbeit.
"Oracle ist auch ein Hardwarehersteller. Oracle entwickelt Hardware. Oracle verkauft Hardware. Und will auch in Zukunft Hardware entwickeln und verkaufen" - Keiner wiederholt das gegenwärtig so oft und vor allem laut, wie Oracle selbst. Denn manche der Kunden des vom Softwareriesen übernommenen Hardwareherstellers Sun trauen dem Braten, wie sinkende Verkäufe seit der Ankündigung der Übernahme andeuten, dem Braten noch nicht ganz. Schliesslich haben sich Oracle-Vertreter in der Vergangenheit auch gerne mal über die Hersteller von "Blech" und deren im Vergleich zu einem smarten, reinen Softwarehersteller geringen Margen mockiert.
Die wichtigste Botschaft zwischen den Zeilen der heutigen grossen Hardwareankündigung Oracles ist denn auch wiederum: Wir bauen (sehr gute und schnelle) Hardware und vor allem: Wir wollen auch in Zukunft (sehr gute und schnelle) Hardware bauen. Die kürzliche Vorstellung der T3-CPUs und der darauf basierenden T3-Server hätte man noch als reine Ausnützung der bereits von Sun getätigten Investitionen interpretieren können. Bob Shimp, Vice President Product Marketing betonte aber vorgestern an einem Gespräch mit Pressevertretern eindringlich, dass auch der T4, die nächste Generation der Sparc-T-Prozessorfamilie in Arbeit sei, und dass Oracle "sehr viel Geld" in seine Entwicklung stecke. (Genauer wollte er die Investitionen aber nicht beziffern.) Laut Shimp wurden bereits einige Tausend Prototypen des T4 hergestellt und werden gegenwärtig in den Oracle-Laboratorien getestet. In der nächsten Phase sollen nun vor allem die Produktionsprozesse zur Reife gebracht werden. Einen möglichen Lancierungstermin kündigte er aber nicht an.
T3-Supercluster und der SPARC64 VII+
Konkret hat Oracle heute eine Auffrischung der zusammen mit Fujitsu entwickelten M-Serverfamilie, eine komplett vorkonfigurierte Cloud-Appliance, die Erhältlichkeit der an der Oracle OpenWorld im September vorgestellten neuen T3-Server sowie darauf basierende vorkonfigurierte "Supercluster" angekündigt.
Letztere bestehen aus den neuen T3-Servern, FlashFire Storage, InfiniBand-Vernetzung und Sun ZFS Storage Appliance-Produkten, sind für den Betrieb von Oracle-Datenbanken konzipiert und sollen der Konkurrenz auf diesem Gebiet leistungsmässig das Fürchten lehren. Ein socher Supercluster, basierend auf 27 SPARC T3-4-Servern, habe sich, so Oracle, beim Datenbank-Leistungsbenchmark TPC-C sowohl bezüglich Leistungsfähigkeit als auch beim Preis-/Leistungsverhältnis die bisherigen "Weltrekorde" von IBM und HP geschlagen. Supercluster für T3-2- (2 CPUs), T3-4- (4 CPUs) oder M5000-Server sollen nächstes Jahr erhältlich werden.
Ebenfalls ein vorkonfiguriertes Hard- und Softwarepaket, aber mit einem breiteren Einsatzfeld für Java- und anderen Anwendungen, ist die Oracle Exalogic Elastic Cloud T3-1B. Auch Oracle hat damit nun, wie beispielsweise Cisco/EMC, Cisco/NetApp, HP oder Hitachi, "Bauklötze" zur schnellen Einrichtung von Cloud-Infrastrukturen auf Lager.
Neben den T-Servern erhielten auch die Server der von Sun beziehungsweise nun Oracle zuasmmen mit Fujitsu entwickelten M-Server-Familie eine Auffrischung und neue Prozessoren. Der SPARC64 VII+ ist eine Weiterentwicklung des 2008 auf den Markt gebrachten SPARC64 VII. (Hans Jörg Maron)

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