Oracle legt nächste Bausteine einer "autonomen Cloud" vor

17. September 2019, 13:47
  • cloud
image

Informatiker raus aus der Cloud und Oracle rein, so die Botschaft an der Openworld. Für Informatiker gibt es immerhin ein Gratis-Angebot.

Informatiker raus aus der Cloud und Oracle rein, so die Botschaft an der Openworld. Für Informatiker gibt es immerhin ein Gratis-Angebot.
Wie immer, wenn Oracle seine Messe Oracle Openworld durchführt, jagen sich die Ankündigungen und Medienmitteilungen des Konzerns im Minutentakt. 15 Medienmitteilungen in den ersten paar Stunden wären zu bewältigen gewesen.
Das lassen wir bleiben zugunsten des Interessanten. Da wäre die "Autonomous Database" (aDB), die 2017 angekündigte autonome Datenbank aus der Cloud, welche der Konzern als Prio 1 für sich selbst (und die Kunden natürlich) bewirbt.
Andrew Mendelsohn, Executive Vice President, Oracle Database Server Technologies, und vorgestellt als Vater der aDB, hatte uns vor einigen Monaten gesagt: Es sei bei der aDB wie bei der Einführung von Exadata, "man braucht ein paar Early Adopter, die beweisen, dass es läuft und der Massenmarkt folgt."
Wieviele Trials in Kundenaufträge resultierten, wollte bei Oracle damals und bis anhin keiner sagen. Nun sei der Durchbruch erreicht, oder stehe zumindest unmittelbar bevor, besagt die jetzige Oracle-Botschaft in den üblichen Superlativen. "Die Kunden sind begeistert von der Agilität, der Benutzerfreundlichkeit und der Leistung, die sie mit der Autonomen Datenbank erzielen", lässt sich Mendelsohn zitieren.
Einige Kundennamen und Quotes kann Oracle auch vorweisen, aber ganz grosse Namen, speziell solche aus der wichtigen Finanzindustrie, sind nicht darunter (oder dürfen nicht genannt werden). Aus Schweizer Sicht bemerkenswert ist das CERN, ein langjähriger Oracle-Referenzkunde.
Bis anhin ist die Nutzung der aDB auf die Oracle-Cloud begrenzt, doch kündigte CTO und Gründer Larry Ellison an, man könne ab Mitte 2020 die autonome Datenbank auch on-premise auf eigenen Exadata-Maschinen betreiben.
"Autonomous" – autonom – ist auch in anderen Bereichen das Schlüsselwort des Oracle-Konzepts. Auch das Linux-OS von Oracle sei nun autonom. Was laut Ellison automatisierte Bereitstellung, Skalierung, Tuning, Patchen, Upgrade, Sicherheitsüberwachung und Fehlerbehebung mitmeint.
"Jede Red-Hat-Anwendung wird unverändert auf Oracle Autonomous Linux laufen", versprach Ellison in seiner Keynote. Gleichzeitig deklamierte er, dass Oracle Autonomous Linux für "extreme Leistung, für hohe Zuverlässigkeit, für Sicherheit" konzipiert sei, "und wir sind autonom". Ellison versprach nebenbei eine "buchstäblich sofortige Migration". Das Managed Oracle Linux ist für Oracle-Cloud-Infrastructure-Kunden offenbar kostenlos.
Als zweites neues "Autonomous"-Element auf dem von Oracle angekündigten Weg in eine völlig autonome, grösstenteils menschenfreie Cloud ist ein neuer Oracle OS Management Service. Autonomous Linux wurde für die Zusammenarbeit damit entwickelt. Es handelt sich um eine Cloud-basierte Steuerungsebene, die Machine Learning und automatisierte Tuning-Routinen kombiniert, um Patches, Updates, Compliance-Prüfungen und Systemoptimierungen ohne menschliches Eingreifen oder Ausfallzeiten bereitzustellen.
"Oracle Autonomous Linux ist zusammen mit dem neuen Oracle OS Management Service die erste und einzige autonome Betriebsumgebung, die Komplexität und menschliche Fehler eliminiert und den Kunden beispiellose Kosteneinsparungen, Sicherheit und Verfügbarkeit bietet", verspricht der Konzern vollmundig.
Ellison, offenbar agressiv wie eh und je, machte nebenbei AWS schlecht, indem er auf den Capitol-One-Breach verwies und behauptete, seine Firma und seine autonomen Systeme hätten diesen verunmöglicht.
Das "Für-immer-gratis-Menu"
Und weil Oracle mit finanziellen Argumenten für seine Cloud-Lösungen werben und gegen Hyperscaler bestehen muss, gab Ellison noch ein "Gratis-Menu" bekannt, das zudem ewig gratis sein werde. Das "Always Free Menü" beinhaltet: Oracle Autonomous Database (entweder zwei Data Warehouse- oder zwei Transaction-Processing-Datenbanken, jeweils mit 1 OCPU und 20 GB Storage), Compute VMs (2 Instanzen, jeweils mit 1/8 OCPU und 1 GB Storage), Block Volumes (2, 100 GB insgesamt, mit bis zu 5 kostenlosen Backups), Objekt- und Archiv-Storage (jeweils 10 GB, mit 50'000 API-Aufrufen pro Monat) und Load Balancer (10 Mbps Bandbreite).
Es beinhaltet auch 10 TB/Monat Ausgangsdatentransfer, 500m Aufnahme-Datenpunkte und 1 Milliarde Datenpunkte für den Monitoring Service, 1 Million Benachrichtigungsoptionen pro Monat und 1'000 E-Mails pro Monat. Wer mehr benötigt oder will, der bezahlt. Das "Always Free Menu" ist übrigens auch in der neuen Schweizer Oracle-Cloud verfügbar. (mag)

Loading

Mehr zum Thema

image

Red Hat veröffentlicht Stackrox als Open Source

Die im letzten Jahr von Red Hat erworbene Kubernetes-Sicherheitsplattform wird als Open-Source-Version verfügbar.

publiziert am 17.5.2022
image

Google I/O: Verbesserte KI, neue Developer-Tools und Geräte

Google versucht sich erneut an einer AR-Brille. Auch das Google Wallet feiert ein Comeback.

publiziert am 12.5.2022
image

Red Hat bringt neue Edge-Funktionen

An seiner Hausmesse präsentiert der Open-Source-Anbieter die Neuerungen im Portfolio und wird nicht müde zu betonen: "Red Hat bleibt Red Hat!"

publiziert am 11.5.2022
image

Swissgrid setzt auf Public-Cloud-Services

Für welche Daten die Dienstleistungen der Hyperscaler beansprucht werden sollen, sagt der Infrastrukturbetreiber allerdings nicht.

publiziert am 11.5.2022