OVH ist doch noch an der Börse

15. Oktober 2021, 14:04
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Nach dem RZ-Brand wurde der Börsengang verschoben. Mit dem nun erfolgten IPO ist der französische Cloud-Anbieter 3,5 Milliarden Euro wert.

Eigentlich wollte OVHcloud schon im ersten Halbjahr 2021 an die Pariser Börse. Doch nach einem Grossbrand im Rechenzentrum in Strassburg im März verschob der französische Cloud-Anbieter den Börsengang auf den Oktober. Just davor kämpfte das Unternehmen am 13. Oktober erneut mit Problemen: "Menschliches Versagen" führte bei einer Neukonfiguration des Netzwerks zu einem weltweiten Ausfall zahlreicher OVH-Dienste.
Der Börsengang ist nun trotzdem wie geplant am 15. Oktober erfolgt. OVHcloud hatte den IPO-Preis auf 18,50 Euro pro Aktie festgelegt, das untere Ende seiner Prognosespanne, was einem Marktwert von rund 3,5 Milliarden Euro entspricht. Es ist nach dem Debüt von Antin Infrastructure Partners im September mit einem Marktwert von rund 4,1 Milliarden Euro die zweitgrösste Notierung an der Euronext Paris in diesem Jahr.
Am Freitagmorgen wurden die Aktien für 19,70 Euro gehandelt. Durch den Börsengang beschaffte sich OVHcloud rund 350 Millionen Euro frisches Kapital. Damit wolle man "den Wachstumskurs von OVHcloud beschleunigen, die Position als europäischer Marktführer festigen und gleichzeitig die Expansion in Nordamerika und Asien fortsetzen", erklärte das Unternehmen in einer Mitteilung.
"Es ist ein grossartiger Tag für die französische und europäische Technologiesouveränität", sagte der französische Technologieminister Cédric O bei einer Eröffnungszeremonie. "Wir wollen hier Meister werden."
Am Ende der Transaktion sollen OVH-Gründer Octave Klaba und seine Familie mit 69,6% der Aktien die Mehrheit behalten. Das 1999 gegründete Unternehmen beschäftigt mehr als 2400 Mitarbeitende und erzielte im Jahr 2020 einen Umsatz von 632 Millionen Euro.

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