Post will neue digitale Dienste und IT-Arbeitsplätze schaffen

22. August 2019, 15:00
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Gut 20 Wochen nach Arbeitsbeginn hat der neue Postchef Roberto Cirillo im Paketzentrum in Cadenazzo (TI) seine Zukunftspläne für die nächsten zehn bis 20 Jahre skizziert.

Gut 20 Wochen nach Arbeitsbeginn hat der neue Postchef Roberto Cirillo im Paketzentrum in Cadenazzo (TI) seine Zukunftspläne für die nächsten zehn bis 20 Jahre skizziert. Abgeschlossen sei der Strategieprozess jedoch noch nicht, betonte der 48-Jährige laut Mitteilung vor den Medien.
Einige Ideen der neuen Strategie seien naheliegend, findet Cirillo: So etwa der Ausbau der Dienstleistungen im Bereich Feinverteilung und letzte Meile. Zukunftsweisender sind die Untersuchungen einer Strategiegruppe, wie die Post als "Wegbereiterin einer digitalen papierlosen Schweiz" Dienste unter dem Stichwort "Public Digital Services 2.0" etablieren kann.
Nach vielen Gesprächen mit Partnern, Kunden und Behörden habe die Post zudem entschieden, auch bereichsübergreifende Branchenlösungen ins Visier der Strategie zu nehmen: zum Beispiel im Bereich Gesundheit, Unterstützung der Aufgaben von Behörden oder im Finanzsektor.
Sowohl die digitalen Dienste als auch die Branchenlösungen sind noch nicht klarer definiert. Es handle sich dabei um Pfade, entlang derer man neue Geschäftsfelder entwickeln wolle, erklärt Pressesprecherin Léa Wertheimer auf Anfrage von inside-it.ch.
Das Ziel der neuen Strategie für die Jahre ab 2021 ist, dass die Post auch in Zukunft die Grundversorgung ohne Steuergelder finanzieren will. Und die Zukunftsstrategie soll möglichst wieder Ruhe in den krisengebeutelten Konzern bringen.
Neue IT-Arbeitsplätze in dezentralen Zentren_
Noch während die neue Strategie ausgearbeitet wird, entstehen laut Cirillo in Neuenburg und Bellinzona neue Arbeitsplätze im IT-Bereich. Dort sollen dezentrale Kompetenzzentren entstehen. Ähnliche Massnahmen in anderen Bereichen werden in den nächsten Monaten geprüft.
Genauer beziffern will man die Stellen seitens der Post nicht. Sie würden sukzessive aufgebaut, entlang der neuen Dienste, die ausgerollt werden sollen, so Wertheimer. Es geht aber offenbar auch darum, dass etwa IT-Stellen, die man in Bern nicht mehr besetzt, künftig in diesen dezentralen Zentren platziert werden. Dies sei keine Sparmassnahme, sondern ein Bekenntnis zu den Regionen, betont die Sprecherin der Post.
So oder so muss die Post aber den Gürtel vorübergehend etwas enger schnallen. 2020 will Cirillo nur so viel investieren, wie das Resultat für das laufende Jahr erlaubt. "Wir wollen nicht mehr Geld ausgeben als einnehmen."
Weiterfliegen sollen dereinst die Postdrohnen, die nach zwei Unfällen derzeit am Boden bleiben. Gegenwärtig ist die Post mit der Weiterentwicklung des Sicherheitskonzeptes beschäftigt. Stehe dieses, stehe einer Wiederaufnahme des Betriebs nichts entgegen, betonte Cirillo im Interview mit der Nachrichtenagentur 'Keystone-sda'. (ts/Keystone-sda)

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