Räte einigen sich bei E-ID – Referendum angekündigt

23. September 2019 um 15:23
  • e-government
  • e-id
  • nationalrat
image

Der Ständerat hat sich am heutigen Montag nochmals mit dem Thema E-ID befasst und letzte Differenzen ausgeräumt.

Der Ständerat hat sich am heutigen Montag nochmals mit dem Thema E-ID befasst und letzte Differenzen ausgeräumt. Umstritten war noch, unter welchen Umständen sich der Bund an einem Identity Provider (IdP) beteiligen oder der Bundesrat eine Verwaltungseinheit damit betrauen kann, selbst eine E-ID herauszugeben.
Die Räte haben sich auf eine subsidiäre Zuständigkeit des Bundes geeinigt: Der Bund darf nur dann tätig werden, wenn die privaten E-ID nicht funktionieren.
Zuvor hatte der Nationalrat der Schaffung einer Eidgenössischen E-ID-Kommission (Eidcom) zugestimmt. Diese soll für Anerkennung und Beaufsichtigung der Identity Provider zuständig sein. Für die Erstidentifizierung ist das Bundesamt für Polizei (Fedpol) zuständig.
Bündnis um Digitale Gesellschaft ergreift Referendum
Das letzte Wort dürfte das Volk haben. Denn bereits vor der abschliessenden Beratungsrunde in der kleinen Kammer hat ein Bündnis, zu dem die Digitale Gesellschaft, die Plattform WeCollect, Grundrechte.ch und der Verein PublicBeta gehören, das Referendum angekündigt. Für die Organisationen sei das Gesetz ein "Kniefall vor den Interessen der Wirtschaft – auf Kosten der Demokratie und der Bevölkerung", wie sie in einer Mitteilung schreiben.
Stein des Anstosses ist die vom Parlament beschlossene Aufgabenteilung zwischen Staat und Wirtschaft. Der Bund prüft und bestätigt die Identität einer Person. Herausgegeben wird die E-ID aber von privaten Anbietern, den IdPs, die wiederum vom Bund überwacht werden. Diese Aufgabenteilung hatte der Bundesrat vorgeschlagen. Seiner Meinung nach ist das Risiko zu gross, wenn sich der Bund für eine Technologie entscheiden muss. In der Botschaft verwies er auf die Erfahrungen anderer Länder, deren E-ID-Lösungen sich nicht durchgesetzt haben.
In der Schweiz sollen daher die Marktkräfte den besten Lösungen zum Durchbruch verhelfen. Derzeit zeichnet sich allerdings eher eine Monopolsituation ab. Die SwissSign Group, zu der Post, SBB, Swisscom, Six, die Grossbanken und Versicherungen gehören, hat sich bereits zu Stellung gebracht. Das Konsortium, das bereits über Millionen von Kundenbeziehungen verfügt, will mit der SwissID den Internetgiganten die Stirn bieten.
In den Augen der Gegner bedeutet das, dass private Unternehmen den "digitalen Schweizer Pass" ausstellen und sensible Daten verwalten würden. Sie sind überzeugt, dass beim Datenschutz das Vertrauen in private Unternehmen fehlt. Eine Umfrage hatte ergeben, dass 87 Prozent der Bevölkerung die E-ID vom Staat beziehen möchten. Der Start der Unterschriftensammlung ist für Dienstag, 8. Oktober geplant. (kjo/Keystone-sda)

Loading

Mehr zum Thema

imageAbo

Stadtwerk Winterthur kann beim CRM sparen

Die Ablösung des veralteten SAP CRMs kommt den städtischen Betrieb günstiger als angenommen. Die neue Lösung kostet fast 300'000 Franken weniger als budgetiert.

publiziert am 28.8.2026
imageAbo

Zumikon sucht wieder einen IT-Outsourcer

Auch kleinere Gemeinden lagern die Wartung und Pflege ihrer Hardware gerne aus.

publiziert am 28.8.2026
imageAbo

BIT braucht Red-Hat-Support

Das Bundesamt sucht externe Dienstleister, die sich mit Red-Hat-Produkten auskennen. Dafür rechnet es mit einem Zuschlagsvolumen von über 45 Millionen Franken.

publiziert am 26.8.2026
image

Waadtländer Epic-Entscheid soll das Volk treffen

Das Waadtländer Kantonsparlament debattierte übers neue Klinikinformations-System für das CHUV und weitere Spitäler. Klar wurde nur, dass das Epic-Projekt umstritten bleibt.

publiziert am 26.8.2026