RaiseNow, ein Zürcher Anbieter von Online-Fundraising-Lösungen, fusioniert mit dem deutschen Anbieter Altruja. Dies bestätigt die Schweizer Firma auf Anfrage.
Dabei werden die Altruja-Gründer RaiseNow-Aktionäre, präzisiert ein Sprecher.
RaiseNow hat zwar bereits einen Standort in Berlin, doch man könne der wachsenden Nachfrage nach einem umfassenden End-to-End-Fundraising-Anbieter in DACH besser gerecht werden, wenn man die Kräfte bündle: "Wir wollen unser Wissen, unsere Innovationskraft und unsere Erfahrung zusammenbringen, um die Standards der Online-Finanzbeschaffung in diesem Bereich zu erhöhen. Als Unternehmen werden wir oft vor die Entscheidung gestellt 'make or buy'. In diesem Fall war die Antwort einfach, denn wir kaufen nicht nur Technologie. Wir erhalten auch Zugang zu Hunderten von neuen Kunden und einem grossartigen Team mit viel Erfahrung. Das aufzubauen würde viel länger dauern, wenn es überhaupt umsetzbar wäre."
Zum konkreten Mehrwert erklärt er: "Wir erhalten einen schnellen Zugang zum deutschen Markt und nehmen auch in Österreich eine führende Position ein, so dass wir in der DACH-Region klarer Marktführer sind. Unsere Kunden profitieren von einer breiteren Produktpalette und Integration (...) und wir können Synergien in den Bereichen Programmierung, Produktentwicklung und Marketing/Vertrieb realisieren und bessere Produkte zu niedrigeren Preisen anbieten."
Zu diesen Kunden zählen bei Altruja Non-Profit-Organisationen ebenso wie Universitäten, Schulen und politische Parteien, die Fundraising betreiben.
RaiseNow hat unter den Kunden "Non-Profit-Konzerne" wie Amnesty International, WWF und UNICEF, die jährlich Dutzende von Millionen Franken mit unterschiedlichen Online-Spenden-Angeboten einnehmen, sei dies mit Einzelspenden, Patenschaftsprogrammen oder Peer-to-Peer-Fundraising. Aber auch Vereine, Kulturanbieter oder Crowdfunding Plattformen gehören zu diesem Markt.
Allein das Schweizer Spendenvolumen betrug im Jahr 2018 rund 1,8 Milliarden Schweizer Franken, darunter sind oft Kleinbeträge, und ein wachsender Anteil von ihnen soll digital überwiesen werden. Gleichzeitig müssen die Organisationen auch ein jüngeres Publikum an sich binden, das keine ESR akzeptiert und Spendenaufrufe im Briefkasten missachtet.
In einer ersten Phase wollen die beiden Firmen ihre eigenständigen Auftritte behalten und bald Synergien bieten können. Personalabbau sei kein Thema, so der RaiseNow-Sprecher. "Durch den viel grösseren Markt und die neuen Möglichkeiten sind wir in der Lage, alle bestehenden Mitarbeiter weiter zu beschäftigen und auf der Grundlage der neuen Produkte und Dienstleistungen interessante Arbeitsmöglichkeiten zu bieten. Im Gegenteil, wir kalkulieren mit Wachstum und Neueinstellungen."
Der bisherige Altruja-Standort in München bleibt nach Firmenaussagen ebenfalls bestehen.