Vergangenes Jahr erzielte die Metall Zug Gruppe einen Umsatz von 1,22 Milliarden Franken. Dies entspricht einem Plus von 1,7 Prozent. Das Betriebsergebnis (EBIT) wurde laut Mitteilung vor allem durch Kosten sowie Ertragsausfälle als Folge der ERP-Umstellung bei V-Zug belastet. Im ersten Halbjahr rutschte das Unternehmen wegen dieser Probleme in die roten Zahlen.
Rückstellungen für eine Bodensanierung sowie das schwierige Marktumfeld hätten daneben das Jahresergebnis belastet. Der EBIT betrug vergangenes Geschäftsjahr 38,8 Millionen Franken und das Konzernergebnis belief sich auf 29,2 Millionen Franken.
Trotz des anspruchsvollen Umfelds habe Metall Zug die Investitionen in Projekte in den Bereichen Digitalisierung, Industrie 4.0 und in moderne Produktionsmittel weitergeführt. Damit soll der Produktionsstandort Schweiz auch in Zukunft konkurrenzfähig bleiben, schreibt das Unternehmen.
SAP-Projekt führte zu Mehrkosten
Bei V-Zug ging der Erlös im Heimmarkt Schweiz um 1,9 Prozent auf 522 Millionen Franken zurück. Der Umsatzrückgang habe auch damit zu tun, dass es im Zusammenhang mit der ERP-Umstellung zu Lieferschwierigkeiten gekommen sei. Im Sommer 2019 publizierte die Zuger Firma in diesem Zusammenhang eine Gewinnwarnung.
Damals sagte uns das Unternehmen, dass das SAP-Projekt zu Mehrkosten geführt habe, etwa wegen nachträglich anfallenden Arbeiten. Zudem habe die Service-Qualität bei V-Zug gelitten und Kunden hätten Verzögerungen in Kauf nehmen müssen. Dies habe teilweise zu Verlusten von Aufträgen geführt.
V-Zug hat mit SAP S/4Hana das ERP-System von IFS abgelöst. Da es sich bei S/4Hana noch um ein neueres Produkt gehandelt habe, habe es im Beratermarkt entsprechend wenig Erfahrung gegeben, was Greenfield-Einführungen betrifft, erklärte das Unternehmen im Sommer. Falsche Konzepte für die Datenbank- und Applikationsoptimierung sowie Einstellungen aus der alten SAP R/3 Welt hätten den stabilen Betrieb anfangs stark behindert. Ausserdem sei die Parametrisierung, Implementierung und Anbindung der Umsysteme aufwändiger gewesen als zunächst angenommen.
V-Zug soll im Sommer an die Börse
Wie das Unternehmen weiter mitteilt, soll V-Zug teilweise in die Unabhängigkeit entlassen werde. Als erster Handelstag an der Schweizer Börse SIX ist der 25. Juni 2020 vorgesehen. Metall Zug bleibe nach dem Börsengang mit 20 Prozent an V-Zug beteiligt.