Der deutsche Software-Riese lanciert "OnDemand"-Version der Business-Intelligence-Lösungen.
"Business Intelligence" (BI), also Systeme für die Auswertung von grossen "Datenhaufen", stehen seit Jahren
zuoberst auf der "To-Do"-Liste der Informatik-Chefs. Ein bekanntes Problem von BI-Systemen ist, dass sie von den Anwendern als zu wenig einfach, zu IT-lastig und zu wenig flexibel empfunden werden. Deshalb ist Excel weiterhin - und natürlich zum Leidwesen der BI-Anbieter - ein sehr weit verbreitetes BI-Werkzeug.
Diesen Punkt will SAP mit der Ankündigung von 'SAP BusinessObjects BI OnDemand' angehen. Bereits heute habe die SAP-BI-Tochter BusinessObjects 260'000 Kunden, die eine Online-Version der Software benützen. Die heutigen Anwender der Online-Version seien aber meistens Spezialisten, sagte Marge Breya von BusinessObjects heute Nachmittag an einer Telefonkonferenz. Mit 'BI OnDemand' sollen nun auch Laien einen einfachen Zugang zu Analyse- und BI-Werkzeugen erhalten.
Daten einfach hochladen und verknüpfen
Wer den Online-Dienst abonniert hat, kann sehr einfach beliebige Daten in beliebigen Mengen hochladen. So kann ein Manager beispielsweise eine eigene Excel-Tabelle in das System laden und sie mit andern Firmendaten verknüpfen und dann auswerten, wobei ihm das System mit "Wizards" helfen soll.
Die Ergebnisse der Auswertungen können dann sehr einfach anderen Personen in- und ausserhalb der Firma zugänglich gemacht werden, so man die Berechtigung dazu hat.
Zudem soll man Daten, die innerhalb der Firma, beispielsweise im SAP-System vorhanden sind, mit solchen, die man in die "Rechnerwolke" des Anbieters hochlädt, kombinieren können. Auch Daten aus anderen SaaS-Systemen (z.B. Salesforce) soll man auswerten können. Wie genau dies funktioniert und ab wann die Kombination von Daten vor Ort und solchen, die Online vorgehalten werden, möglich sein wird, wurde aus der heutigen Ankündigung nicht ganz klar.
Teil von 'BI OnDemand' ist die Online-Version von 'Business Objects Explorer', mit dem man durch Daten navigieren und sie grafisch darstellen kann sowie 'Excelsius', einem Werkzeug für die Gestaltung von interaktiven "Dashboards".
Wunschkonzert
SAP BusinessObjects werde die SaaS-BI-Lösung laufend weiter entwickeln, versprach David Meyer, der 'BI OnDemand' heute vorzeigte. Registrierte Anwender können - und dies scheint uns doch ziemlich neuartig - ihre Wünsche online und im System deponieren. Alle anderen User stimmen dann über die Wünsche ab. SAP verspricht, die am häufigsten geäusserten Vorschläge laufend in monatlichen Updates umzusetzen.
Gratis für einzelne Benützer
Ebenfalls für SAP-Verhältnisse revolutionär scheint uns, dass es wie beim Online-CRM von Salesforce.com eine kostenlose, zeitlich unbeschränkte Testversion für einzelne Benützer gibt. Auch dass man einfach Funktionen, User oder Speicherplatz zum System hinzufügen kann, kennt man von Salesforce. Ob es bei der Gratis-Version Beschränkungen bei der verfügbaren Speichergrösse gibt, ist uns zur Zeit nicht klar.
Die Preise für 'BI OnDemand' sind aktuell noch nicht festgelegt, dies soll aber in wenigen Tagen oder Wochen passieren, hiess es heute. (Christoph Hugenschmidt)