Saurer ist eine grosse Datenmenge von mehreren Gigabytes, darunter Mitarbeiterlisten, Excelsheets und Finanzzahlen, gestohlen und anschliessend im Darknet publik gemacht worden. Das Unternehmen bestätigte den Ransomware-Angriff gegenüber der Nachrichtenagentur 'AWP' – zunächst hatte das Newsportal '
Watson' darüber berichtet.
Der erste Angriff habe am 1. August stattgefunden und habe zur Verschlüsselung von IT-Systemen geführt und für wenige Tage für Ausfälle gesorgt, bestätigte Saurer weiter. Am 26. August sei der Angriff in einer zweiten Welle fortgesetzt worden. Welche Daten genau betroffen sind, werde gegenwärtig untersucht, so der Technologiekonzern. Ob vom Angriff auch die kürzlich vom Winterthurer Spinnereimaschinenhersteller Rieter übernommene Saurer-Sparten Accotex, Temco und Autoconer betroffen sind, bleibt unklar. Die Winterthurer hatten erst Mitte August die drei Teilbereiche von Saurer übernommen.
Angriffe auf Schweizer Unternehmen häufen sich
Alleine in den vergangenen vier Wochen sind mehrere Schweizer Unternehmen und Behörden Opfer von Cyberangriffen geworden – darunter die Gemeinde
Rolle, die
Neuenburger Kantonalbank, der Konzern
Habasit,
Accenture, die
Uni Liechtenstein sowie
Comparis. In praktisch allen Fällen handelte es sich um Ransomware-Angriffe mit anschliessender Lösegeldforderung.
Die Angriffe auf Unternehmen werden nicht nur immer häufiger, auch die Forderungen der Erpresser sowie die tatsächlich gezahlten Lösegelder steigen rasant. Das bestätigt Unit 42, die Security-Research- und -Consulting-Abteilung von Palo Alto Networks. Im vergangenen Jahr 2020 forderten die Ransomware-Banden laut Unit 42 nach einem erfolgreichen Angriff im Durchschnitt 847'000 Dollar von den Opfern. In des ersten 6Monaten dieses Jahres waren es bereits 5,3 Millionen Dollar. Das ist mehr als 5 Mal mehr. Das höchste geforderte Lösegeld waren 50 Millionen Dollar.