Schrei Dein Vista nicht an!

2. Februar 2007, 15:55
  • security
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Die Spracherkennung bei Windows Vista hat viele Vorteile und einen kleinen Nachteil.

Die Spracherkennung bei Windows Vista hat viele Vorteile und einen kleinen Nachteil.
Je komplexer und raffinierter ein Betriebssystem oder eine Applikation wird, desto grösser wird die Chance, dass irgendwo eine Sicherheitslücke auftaucht. So gibt es in Microsofts Office-Software wie Word und Excel mächtige Programmierwerkzeuge, die selbst Laien benützen können - und es gibt auch das Phänomen der "Makro-Viren". Und in Dialogfeldern auf Webseiten kann man eben nicht nur nützliche Dinge hineinschreiben, sondern auch bösartigen Code injizieren.
Eine neue Dimension scheint die Problematik aber nun mit den neuen Fähigkeiten von Microsofts Betriebssystem zur Erkennung von gesprochener Sprache zu bekommen. Das das eigentlich geniale Feature - man kann dem Computer beispielsweise sagen, er solle ein neues Word-File öffnen und dann Texte diktieren - kann natürlich auch missbraucht werden. Denn ein PC, dessen Spracherkennung und Mikrofon eingeschaltet ist, nimmt auch Befehle von ausserhalb entgegen. Noch raffinierter: Theoretisch könnte eine Art "gesprochener Virus" entwickelt werden, der dem PC Befehle gibt. Zum Beispiel: "Abstellen".
In Microsofts "Security Response Center Blog" findet sich ein Beitrag eines gewissen Adrian Stone, in dem genau dieser (theoretische) Fall beschrieben wird.
Doch Stone beruhigt: Es ist nicht möglich über gesprochene Befehle einen neuen User-Account mit Administratoren-Rechten zu eröffnen oder andere "heikle" Operationen, die hohe Rechte benötigen, auszulösen. Wäre dies möglich, so bestünde natürlich die Gefahr, dass PCs durch "gesprochene Viren" gekapert werden.
Der Gerechtigkeit halber ist noch anzufügen: Wenn die Spracherkennung von Vista auch nur ungefähr so viel hält, wie Microsoft verspricht, so wird sie Menschen, die aus irgendeinem Grund Maus und Tastatur nur schlecht oder gar nicht bedienen können, völlig neue Möglichkeiten eröffnen und deren Lebensqualität unter Umständen massiv erhöhen. (Christoph Hugenschmidt)

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