Schweiz weit vorne beim Breitbandausbau im EU-Vergleich

6. Juli 2017, 12:12
  • telco
  • eu
image

Knapp 93 Prozent aller Haushalte verfügten 2016 hierzulande über einen Breitbandanschluss von mindestens 30 Megabit pro Sekunde.

Knapp 93 Prozent aller Haushalte verfügten 2016 hierzulande über einen Breitbandanschluss von mindestens 30 Megabit pro Sekunde. Das hat eine EU-weite Studie vom Mai ergeben, die auch die Schweiz miteinbezog. In der EU sind es im Durchschnitt nur gerade rund 39 Prozent, die das schnelle Internet nutzen können.
Auffällig ist dabei, dass hierzulande auch der Highspeed-Ausbau in den ländlichen Gebieten weit fortgeschritten ist, wie der Verband für Kommunikationsnetze, Suissedigital, in einer Meldung zur Studie schreibt. Beim sogenannten NGA-Internetanschluss (Next Generation Access) steht die Schweiz übrigens ebenfalls sehr gut da, verfügen darüber doch gemäss Studie 99 Prozent der hiesigen Haushalte, während es im EU-Durchschnitt erst knapp 76 Prozent sind.
Etwas anders stellt sich die Situation allerdings bei der direkten Glasfaseranbindung der Haushalte dar, die soeben von einer Studie des Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung vorgelegt wurde. Darin kamen fünf Länder inklusive der Schweiz auf den Prüfstand. Demnach verfügten 2015 in der Schweiz erst 27 Prozent der Haushalte über eine solche Direktanbindung und in den ländlichen Regionen erst knapp sieben Prozent. Auftrumpfen konnten hingegen Estland (73 Prozent), Schweden (56 Prozent) und Spanien (53 Prozent), während Deutschland mit nur 6,6 Prozent hinterherhinkt.
Interessant ist, dass beide Studien die hiesige Breitbanderschliessung loben. Die Schweiz liege "im Hinblick auf die Gesamtabdeckung für jede Art Breitband weiter über dem EU-Durchschnitt", wobei konzidiert wird, dass WiMAX auf dem Schweizer Markt fehlt. Zudem sei die Schweiz eines von vier Ländern mit einer Kabelabdeckung von über 80 Prozent aller Haushalte", heisst es in der EU-Studie. In der ISI-Studie wird das Vorgehen der Schweiz beim Ausbau gelobt und der "Multi-Stakeholder-Ansatz für einen koordinierten Glasfaserausbau" als Erfolgskriterium genannt.
Hierzulande habe am Anfang der Ausbauinitiativen nicht wie in Schweden ein "wohlfahrtsstaatlicher Impuls" gestanden, "sondern das Ziel, möglichst attraktive Standorte zu schaffen". Interessant ist laut ISI an der Schweiz darüber hinaus der planerische Ansatz, mit dem versucht wurde, Doppelt- und Dreifachausbau zu vermeiden. (vri)

Loading

Mehr zum Thema

image

Podcast: Kostenpflichtiges Replay-TV ist wie lineares Fernsehen

In dieser Ausgabe von "Die IT-Woche" sagen wir, warum kostenpflichtiges Replay-TV falsch ist. Zudem erklären wir den gemeinsamen Tarif G12 und was dahintersteckt.

publiziert am 20.5.2022
image

"UPC" verschwindet, Telco heisst nur noch Sunrise

Das fusionierte Telekomunternehmen Sunrise UPC schreitet mit seiner Integration weiter voran. Ab kommender Woche wird Sunrise zur neuen Hauptmarke des Konzerns.

publiziert am 19.5.2022 1
image

Swisscom ist unverändert für Grundversorgung zuständig

Die Eidgenössische Kommunikations­kommission (Comcom) hat die bestehende Grund­versorgungs­konzession von Swisscom ohne Veränderungen um ein weiteres Jahr verlängert.

publiziert am 19.5.2022
image

Microsoft versucht kartell­rechtliche Bedenken zu zerstreuen

Der US-Konzern ist erneut ins Visier der EU-Kartell­behörden geraten. Überarbeitete Lizenz­vereinbarungen sollen die EU und Cloud Service Provider beschwichtigen.

publiziert am 18.5.2022