Datenschützer haben weiterhin Bedenken beim Einsatz von Office 365 und anderer Cloud-Lösungen. Microsoft beschwichtigt.
Der
'Tages-Anzeiger', deswegen auf Microsoft zu verzichten und stattdessen freie Software zu verwenden.
Aktuell herrscht zwischen der SFIB und Microsoft trotz des Betrugs-Skandals bei Microsoft Schweiz zwar weitgehend
Einigkeit, doch die Datenschutz-Bedenken bleiben. Befürchtet wird, dass die grossen US-IT-Riesen die Daten der Schweizer Schüler für ihre Zwecke missbrauchen könnten. In diversen Kantonen wie Luzern, Solothurn und Zürich haben sich die Datenschutzbeauftragten eingeschaltet. Im Fokus steht nach wie vor das Cloud-Abo Office 365, doch auch bei anderen Cloud-Diensten - zum Beispiel von Google - haben Datenschützer Vorbehalte, schreibt der 'Tagi'. "Die Nutzung von Clouds beinhaltet zahlreiche Risiken für den Schutz und die Sicherheit der Daten", wird der Zürcher Datenschutzbeauftragte Bruno Baeriswyl zitiert. Microsoft seinerseits wiederholt die bekannten Beteuerungen: Es gebe keine Datenschutzprobleme, man erfülle weltweite Standards und die Schulen könnten auch mit unpersönlichen E-Mail-Adressen Benutzerkonten anlegen.
Neuer Rahmenvertrag
Die Diskussionen finden vor dem Hintergrund einer Erneuerung des Rahmenvertrages zwischen Microsoft und den Schulen statt. Diese ist fällig, weil Microsoft im Februar die Software-Lizenzverträge mit den Schweizer Schulen kündigte. Der Grund dafür ist der von der 'NZZ' kürzlich publik gemachte
Betrugsfall, gehen SFIB und Microsoft davon aus, dass der Vertrag Ende August erneuert wird. Dabei geht es zwar primär um die Mengenrabatte, doch der Datenschutz bleibt ein wichtiges Thema. Auch mit anderen Anbietern wie etwa Adobe verhandeln die Schulen derzeit. (mim)