Schweizer Toolkit für "Peer2Peer"-Apps

21. April 2015 um 14:10
  • technologien
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Das Toolkit von Uepaa soll es für App-Entwickler kinderleicht machen, Handys direkt miteinander sprechen zu lassen.

Das Toolkit von Uepaa soll es für App-Entwickler kinderleicht machen, Handys direkt miteinander sprechen zu lassen.
Uepaa ist eine Sicherheits- und Rettungs-App, mit der unter anderem Lawinenopfer gefunden werden können. Die App basiert darauf, dass Handys direkt miteinander kommunizieren, ohne über das Mobilfunknetz gehen zu müssen. Diese "Peer2Peer"-Kommunikation funktioniert, weil jedes Handy ja nicht nur Signale empfangen, sondern sie auch senden kann.
Genau diese Grundtechnologie, so hat sich Uepaa gedacht, könnte eigentlich auch in viele andere Apps eingebaut werden und ihnen ganz neue Funktionen ermöglichen. Nun hat das Zürcher Unternehmen seine Peer2Peer-Technologie in Form eines Entwickler-Toolkits veröffentlicht, das anderen App-Entwicklern weltweit angeboten wird. Das P2P-Toolkit befindet sich gegenwärtig noch im Betastadium und kann kostenlos bezogen werden. Eine kommerzielle Version mit erweiterten Funktionen soll später folgen.
Die Entwickler sind ziemlich stolz auf ihre Errungenschaft und glauben mit der Veröffentlichung zum jetzigen Zeitpunkt den etablierten Entwicklern solcher Technologien weit voraus zu sein. Mathias Haussmann, CEO von Uepaa, sieht vielerlei Anwendungsmöglichkeiten. "Die Liste der möglichen Anwendungen, die von dieser Technologie profitieren, ist unendlich. Ich stelle mir beispielsweise Tinders Dating-App vor, die neu alarmiert, sobald das Date die Bar betritt, Apps wie LinkedIn oder Xing, die plötzlich relevante Personen im Umfeld erkennen, Gaming Apps, die den unbekannten Zugnachbarn ins aktuelle Game integrieren oder Apps, mit denen ich meine Freunde an einem Konzert finden kann. Aber auch Ladenbesitzer, die Passanten über ein spezielles Angebot informieren möchten, brauchen dazu keine i-Beacons mehr. Wir stehen am Anfang einer P2P-Revolution und soziale Netzwerke bekommen bald eine neue Relevanz."
Das Toolkit enthält in der jetzigen Betaversion die Funktionalität für die erwähnte "hyperlokale" Direktkommunikation zwischen Smartphones. Dies klappt laut Uepaa auch plattformübergreifend zwschen iOS- und Android-Geräten und ermöglicht es, Handys im näheren Umfeld zu lokalisieren. Um die Lokalisierung auch über längere Distanzen zu ermöglichen, unterstützt die Software zusätzlich Geolokalisation. Messaging ist ebenfalls eingebaut, wobei bereits bestehende Cloud-Services genützt werden.
Insgesamt, so versprechen die Zürcher, ermögliche das Toolkit Entwicklern die Integration von Lokalisierungsfunktionen in ihre Apps ohne jegliche Kosten, lediglich durch den Einbau "einiger weniger Codezeilen". Man müsse weder in die Entwicklung noch in zusätzliche Infrastruktur investieren und es entstünden auch keine laufenden Kosten.
Die erweiterte kommerzielle Version des Toolkits wird laut Uepaa Zusatzfuntktionen wie direkten P2P-Datentransfer und "Social Behavioral Analytics" aufweisen und soll noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. (hjm)
(Illustration: Uepaa)

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