Schweizer wollen kein Bank­konto bei Google und Co.

5. Oktober 2021 um 11:44
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Laut einer Umfrage müssen sich Banken vor Bigtech kaum fürchten. Auch Neobanken brauchen noch Zeit, um zur bedrohlichen Konkurrenz zu werden.

Die Gefahr der Konkurrenz durch Fintechs und Bigtech dräut nun schon länger am Finanzhorizont. Offenbar haben die gestandenen Banken aber noch einige zeitlichen Spielräume, um darauf zu reagieren. Zu diesem Schluss kommen zumindest die Urheber einer neuen Umfrage: Amazon, Facebook, Google und Co. hätten derzeit nämlich kaum Chancen, in der Schweiz als Geldhäuser Fuss zu fassen.
Der Vergleichsdienst Moneyland schreibt dies in einer Mitteilung, nachdem er online 1500 Personen befragen liess. Rund 80% der Teilnehmenden gaben an, dass sie sich kein Konto bei den amerikanischen Bigtechs vorstellen könnten. Das mag für das Bankenmanagement erstmal etwas beruhigend sein: Die Techkonzerne wären mit ihren IT-Kompetenzen und der riesigen Kundenbasis gefährliche Konkurrenten für die Finanzinstitute.
Ersteres gilt allerdings auch für Fintechs, die in der Schweiz immer wieder Erfolge vermelden können. Darum mag der Befund der Umfrage in Sachen Neobanken etwas erstaunen: Nur gerade 17% der Befragten können sich vorstellen, dort ein Bankkonto zu eröffnen. Revolut, der Leader in der Schweiz, kommt gerade mal auf 15%. Allerdings ist die Akzeptanz für Neobanken gestiegen: 2019 hatten sich erst 6% positiv geäussert. Im Gegensatz dazu ist die Zustimmung zu den Bigtechs als Finanzhäuser stagniert. Oder hat, im Falle von Google, sogar abgenommen.
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Die Zustimmung zu den abgefragten Firmen. Grafik: Moneyland
"Neobanken sind in der Schweiz stark im Kommen, allerdings weiterhin noch eher wenig bekannt. Immer mehr Personen können sich ein Bankkonto bei einer Smartphone-Bank vorstellen", lautet dann auch das Fazit des Moneyland-Geschäftsführers Benjamin Manz. Er sieht Revolut und Co. in den nächsten Jahren zu ernstzunehmenden Konkurrenten für die klassischen Banken aufsteigen. Das dürfte auch damit zu tun haben, dass die Zustimmung zu Bankkonten bei Nichtbanken unter jüngeren Menschen deutlich weiter verbreitet ist.
Noch scheinen aber Firmen ausserhalb des klassischen Finanzsektors generell schlechte Karten zu haben: Am besten schnitt Migros ab, die auf 27% Zustimmung kam. Danach kommen Coop mit 22% sowie Pensionskassen und Versicherungen mit 19% beziehungsweise 18%. Migros und Coop betreiben eigene Finanzinstitute. Es sei gut möglich, dass einige Umfrageteilnehmer bei ihrer Zustimmung auch an diese gedacht hätten, räumt Manz auf Nachfrage ein.
Die Umfrageteilnehmenden gaben auf einer Skala von 1 (gar nicht) bis 10 (sehr gut) an, wie gut sie sich vorstellen könnten, ein Konto bei verschiedenen Firmen zu eröffnen. Die befragten 1500 Personen stammen aus der Deutsch- und Westschweiz und waren zwischen 18 und 74 Jahren alt.

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