Security-Lücken: Fast alle Autos lassen sich leicht stehlen

6. August 2019 um 13:07
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"Die Diebstahlsicherheit bei 'Keyless' Systemen weist bei vielen Herstellern schwere Lücken auf! Fahrzeuge mit einem Komfort-Schliesssystem, oft 'Keyless' genannt, sind deutlich leichter zu stehlen, als solche mit normalem Funkschlüssel.

"Die Diebstahlsicherheit bei 'Keyless' Systemen weist bei vielen Herstellern schwere Lücken auf! Fahrzeuge mit einem Komfort-Schliesssystem, oft 'Keyless' genannt, sind deutlich leichter zu stehlen, als solche mit normalem Funkschlüssel. Das zeigt eine Untersuchung, die an 100 aktuellen Autos durchgeführt wurde. Der TCS fordert entsprechende Massnahmen der Hersteller diese Systeme diebstahlsicherer zu machen."
Dies schrieb der Schweizer Verkehrsclub im März 2017, nachdem Anfangs 2016 die Sicherheitslücke in Deutschland bekannt geworden war. Bei allen 100 Autos war 2017 die illegale Verlängerung des Keyless-Signals möglich, das Öffnen und Starten des Motors.
Nun, dreieinhalb Jahre nach Bekanntwerdung der Lücke, haben der deutsche ADAC und der Österreichische Automobil-, Motorrad- und Touring-Club (ÖAMTC) die Tests der Technologie von 273 Autos unterschiedlicher Hersteller und Preisklassen wiederholt. Fazit: Alle ausser vier der getesteten Autos liessen sich auch 2019 leicht austricksen. Ein legal erhältlicher Reichweitenverlängerer genügt wie schon 2016. "Fundierte Kenntnisse, etwa zum Hacken oder Entschlüsseln von Daten, sind nicht notwendig, um ein mit 'Keyless-Go' ausgestattetes Fahrzeug zu öffnen", so der ÖAMTC.
Auf der anderen Seite sagen Auto-Fachleute, welche auch auf das Diebstahl-Risiko wegen der Technologie hinweisen, "die Software für schlüssellose Zugangssysteme wird stetig aktualisiert und verbessert". Dennoch haben die allermeisten Hersteller bis anhin der Forderung der Automobil-Clubs nicht Folge geleistet, "die Fahrzeugelektronik systematisch nach dem Vorbild verschiedener IT-Bereiche abzusichern."
Erhältliche "Strahlenschutz-Etuis" gegen die Funkreichweitenverlängerung führen nicht nur die Technologie ad absurdum, weil sie dann nicht mehr funktioniert, sondern seien auch nicht immer zuverlässig, so der ADAC.
Eine weitere Technologie-Schwachstelle existiert ebenfalls noch. Bei dieser kann man via On-Board-Diagnose-Schnittstelle (OBD) alle Fahrzeug-Infos via Notebook auf einen leeren Schlüssel ziehen, damit die Wegfahrsperre aushebeln und kann das Auto anschliessend normal als neuer Besitzer fahren.
Einige erfolgreiche Hacks von vernetzten Fahrzeugen machen ebenso schlechte Werbung für die IT-Security-Massnahmen der Hersteller. So wurde aufgezeigt, wie man ein Auto aus der Ferne übernehmen und kontrollieren kann. (mag)

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