Siemens-Kadermitglied gesteht: Spuren zur Abacha-Affäre

24. November 2006 um 14:18
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Gemäss einem Bericht der 'Süddeutschen Zeitung' hat eines der in Untersuchungshaft sitzenden Siemens-Kader Schmiergeld-Zahlungen zugegeben.

Gemäss einem Bericht der 'Süddeutschen Zeitung' hat eines der in Untersuchungshaft sitzenden Siemens-Kader Schmiergeld-Zahlungen zugegeben. Das Geld soll aus schwarzen Siemens-Kassen nach Nigeria, insbesondere auch an den ehemaligen Militär-Diktator Abacha und Mitglieder seiner Regierung geflossen sein. Es ging um den Bau von Telekommunikationsanlagen. Das Geld wurde über Österreich nach Nigeria geleitet, sagte der Mann, der offenbar als Mittelsmann bei der Bestechung gedient hat.
Abacha ist ein bekannter Name in der Schweiz. Im Rahmen des damals noch jungen Geldwäschereigesetzes wurden um die Jahrtausendwende in der Schweiz 505 Millionen Dollar des Abacha-Clans blockiert und diese nach einem langen Verfahren schliesslich zum grössten Teil an Nigeria zurück gegeben.
Gemäss dem Zeitungsbericht soll Siemens in den neunziger Jahre alleine über Bankkonten in Salzburg jährlich bis zu 100 Millionen Euro geschleust haben.
Doch keine 180 Millionen Euro für BenQ-Opfer?
Siemens macht nicht nur wegen der Schmiergeld-Affäre Schlagzeilen, sondern ist in Deutschland auch wegen dem Verkauf und anschliessenden Konkurs der Handy-Sparte an BenQ unter Beschuss geraten. Der deutsche Gewerkschafts-Chef Werner Neugebauer sagte gestern, Siemens habe bis zu 180 Millionen Euro als Hilfspaket für die BenQ-Mitarbeitenden, die nun auf der Strasse stehen, zugesagt.
Siemens dementierte heute allerdings umgehend. Die Zahl von 180 Millionen Euro sei "völlig unseriös" und viel zu hoch. (hc)

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