Stadt Bern spart bei der IT über eine Million

12. März 2021, 16:30
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Die Stadt will jährlich 32 bis 50 Millionen Franken einsparen. In der Verwaltung werden 238 Stellen abgebaut, auch bei der IT.

Die Stadt Bern ist weiter in den roten Zahlen. Nach 2019 schloss auch die Rechnung 2020 mit einem Defizit ab: minus 11,5 Millionen Franken. Fürs laufende Jahr wird gar ein Aufwandüberschuss von 41 Millionen budgetiert. Für eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen braucht es laut Gemeinderat beträchtliche Anstrengungen.
Der Berner Stadtrat habe deshalb das Entlastungspaket "Finanzierungs- und Investitionsprogramm (FIT)" verabschiedet, teilt dieser mit. Es führe zu wiederkehrenden Entlastungen des städtischen Finanzhaushalts von 32,1 Millionen Franken ab 2022, 43,9 Millionen Franken ab 2023 und 49,5 Millionen Franken ab 2024.
Kernstück von FIT bilde die Überprüfung des Leistungsangebots der Stadtverwaltung. In diesem Rahmen habe der Gemeinderat eine Verzichtsplanung vorgenommen, die zu einem Abbau von 238 Stellen führt. "Der Stellenabbau kann zu einem grossen Teil über natürliche Fluktuation erfolgen. Weiter wurden die geplanten Investitionen um 100 Millionen Franken gesenkt", heisst es weiter.

Schon 2020 wurde bei der IT gespart

Bereits beim letzten Budget hatte die Stadt im April 2020 Einsparungen von 15,5 Millionen beschlossen. Betroffen war damals auch die Direktion für Finanzen, Personal und Informatik (FPI). Die im Bereich Informatikdienste vorgesehenen Entlastungsmassnahmen betrugen rund 360'000 Franken. Auch eine vorgesehene neue Stelle "Digitalisierung" im Generalsekretariat wurde nicht besetzt.
Auch bei FIT wird nun wieder bei der IT gekürzt. Für 2022, 2023 und 2024 sind hier Sparmassnahmen von jährlich rund 1,3 Millionen Franken vorgesehen. Mit "Reduktion Support für Software" sollen 217'000 Franken gespart werden, mit "Verzicht bzw. Reduktion von externer Unterstützung im Betrieb wie auch für Digitalisierungsprojekte" 143'000 Franken. Weitere Einsparungen betreffen etwa Adobe-Lizenzen und Hardware-Wartung.

Stellenabbau bei IT und Logistik

Beim Stellenabbau sind bei der Informatik weniger Prozente vorgesehen als in anderen Departementen. Eine ursprünglich im Finanzplan vorgesehene Stelle in der Informatik-Abteilung wurde noch nicht besetzt und ist nun gestrichen worden. Einsparung: 130'000 Franken. Auch in der Logistik werden Stellenprozente im Bereich "Medienlogistik" abgebaut. Diese sollen durch die Digitalisierung aufgefangen werden.
Neben dem Stellenabbau gab die Stadt Bern auch weitere grössere Sparmassnahmen bekannt: Auf den Strassen soll weniger Polizei patrouillieren, die Stadtgalerie im Progr wird geschlossen, der Helvetiaplatz wird nicht umgestaltet, und für die beliebte Gratis-Badeanstalt Lorraine an der Aare wird ein privater Pächter gesucht. Dieser könne dann allenfalls auch Eintritte erheben.
Die SVP hat angekündigt, das Referendum gegen das Programm FIT zu ergreifen. Der Partei gehen die Massnahmen zu wenig weit. Die Stimmberechtigten Berns werden sich aber auch im Rahmen der Budget-Abstimmung mit dem Entlastungspaket auseinandersetzen können.

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