Stadt Bern will mehr (aber nicht voll) auf Open-Source setzen

2. Mai 2019 um 14:45
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Die Informatik der Berner Stadtverwaltung soll vorderhand nicht vollständig auf Open Source Software (OSS) umgestellt werden.

Die Informatik der Berner Stadtverwaltung soll vorderhand nicht vollständig auf Open Source Software (OSS) umgestellt werden. Zu diesem Schluss kommt die Berner Stadtregierung nach der Analyse einer Machbarkeitsstudie. Eine entsprechende "Potenzialanalyse Open Source Software" (POTOSS) war im Sommer 2016 in Auftrag gegeben worden.
Der Abschlussbericht lege nun dar, dass ein gänzlicher Umstieg auf OSS zum heutigen Zeitpunkt nicht zweckmässig wäre, schreibt der Gemeinderat in einer Mitteilung. Er nennt hauptsächlich zwei Gründe: Mangelnde Kompatibilität und fehlende Kosteneinsparungen.
Die Stadt Bern setzt bereits heute OSS und proprietäre Software ein. "Über alle Produkte hinweg gelten dieselben Anforderungen: sie müssen funktional, stabil und wirtschaftlich sein", hält der Gemeinderat fest.
Die alternativen OSS-Produkte bieten laut Gemeinderat aber nicht immer alle erforderlichen Funktionen an und sind auch mit bestehenden Komponenten zu wenig kompatibel. Namentlich Produkte von Microsofts Office-Palette kann die Stadt nicht reibungslos ersetzen und gerade hier bestehe die stärkste Abhängigkeit.
Eine grosse Motivation, OSS-Produkte zu nutzen, sind Einsparungen von Lizenz-Kosten, die bei der Stadtverwaltung rund 14 Prozent des Betriebs der IT-Infrastruktur ausmachen. Die Einsparungen würden aber relativiert durch die Kosten für die nötigen Supportverträge durch OSS-Fachleute, betont der Gemeinderat.
Beim gemischten System bleiben, aber Grundlagen für OSS-Einsatz schaffen
Über alles gesehen verhinderten die hohen Investitionen für den Aufbau von OSS-Plattformen Einsparungen bei einem vollständigen Umstieg auf OSS. Die Berner Stadtregierung will daher zum heutigen Zeitpunkt an ihrem gemischten System festhalten.
Mit drei Massnahmen will die Stadt aber die Grundlage schaffen, um in Zukunft stärker auf OSS zu setzen. So soll bei der Beschaffung von künftigen Anwendungen auf eine hohe Plattformunabhängigkeit geachtet werden. Zweitens sollen individuelle Fachanwendungen Open-Source entwickelt werden, wobei der Quellcode im Internet publiziert werden soll. Und schliesslich soll die Unabhängigkeit der Stadtverwaltung durch eine schrittweise Etablierung von offenen Datenformaten gestärkt werden.
Die "Potenzialanalyse Open Source Software" kann als PDF von der Website der Stadt Bern heruntergeladen werden. (sda/ts)

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