Studie: Bund digitalisiert, aber am falschen Ort

12. Januar 2022, 16:05
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Die Schweizer Bevölkerung wünscht mehr Schutz vor Cybermobbing und bessere Massnahmen gegen Cyberangriffe, traut dies dem Bund aber nicht zu.

Der Staat digitalisiert an den Hauptbedürfnissen der Bevölkerung vorbei. Das ist das Fazit der aktuellen Umfrage, die Swico in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Sotomo bei 1254 Personen in der Deutschschweiz durchgeführt hat. Zwar wünschen sich die Schweizerinnen und Schweizer durchaus Dienstleistungen wie Online-Schalter oder E-Voting. Das stehe aber nicht im Vordergrund.

Schutzbedürfnisse haben Priorität

Prioritär seien für die Bevölkerung Grund- und Schutzbedürfnisse gegenüber dem Staat. Dazu gehörten Themen wie Bildung, digitale Gewalt und Cybersicherheit. Knapp vier von fünf befragten Personen gaben an, dass die Abwehr vor Cyber-Attacken deutlich vorangetrieben werden sollte. Zwei Drittel suchen Schutz vor digitaler Gewalt.
Gut die Hälfte der Befragten sprachen sich dafür aus, dem Thema Bildung mehr Gewicht zu geben. Auffällig sei, dass die Bevölkerung im allgemeinen gut über die verschiedenen Aspekte des digitalen Staates informiert sei. Drei Viertel der Befragten attestierten den grossen Unternehmen hohe digitale Kompetenzen.

Mehrheit glaubt nicht an die digitalen Kompetenzen des Bundes

Anders sieht das Bild bei der Bundesverwaltung und den kantonalen Verwaltungen aus. Hier gaben weniger als die Hälfte in der Umfrage an, dass sie die Kompetenzen der Behörden hoch einschätzen. Die überwiegende Mehrheit ist der Ansicht, dass sich der Staat um die Cybersicherheit der Unternehmen bemühen sollte.
Die Corona-Pandemie habe der Digitalisierung in der Schweiz zwar neuen Schub verleiht, gleichzeitig aber auch die Missstände aufgezeigt: Die Diskussion um die Übermittlung von Fallzahlen per Fax, die mangelnde Koordination zwischen kantonalen Verwaltungen und dem Bund sowie die krachende Niederlage der E-ID hätten gravierende Mängel beim "digitalen Staat" ans Licht gebracht. 

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