Sunrise kündigt Outsourcing-Vertrag mit Alcatel-Lucent

31. August 2011 um 11:59
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Eine halbe Milliarde Franken Umsatz hatte sich Alcatel-Lucent vor drei Jahren nach der Unterzeichnung des siebenjährigen Vertrags erhofft. Doch Sunrise ist nicht mehr zufrieden. Orange hingegen bleibt bei Alcatel-Lucent.

Eine halbe Milliarde Franken Umsatz hatte sich Alcatel-Lucent vor drei Jahren nach der Unterzeichnung des siebenjährigen Vertrags erhofft. Doch Sunrise ist nicht mehr zufrieden. Orange hingegen bleibt bei Alcatel-Lucent.
Sunrise hat heute überraschend bekannt gegeben, dass man den Telekom-Outsourcing-Vertrag mit Alcatel-Lucent per Ende August 2011 aufgelöst habe. Gegenwärtig läuft noch eine sechsmonatige Kündigungsfrist; der Vertrag läuft damit noch bis Ende Februar 2012.
Wer übernimmt?
Erst vor drei Jahren hatten die beiden Unternehmen den Vertrag mit einer Laufzeit von sieben Jahren unterzeichnet. Alcatel-Lucent Schweiz versprach sich davon einen Umsatz von über einer halben Milliarde Franken. 290 Sunrise-Angestellte wechselten zu Alcatel-Lucent, wo sie seither für Bau, Betrieb und Wartung des Mobilfunk-, Daten- und Festnetzes von Sunrise zuständig waren.
Als Begründung für die vorzeitige Vertragsauflösung erklärt Sunrise, man wolle seit einigen Monaten die Kundenzufriedenheit und die Qualität der Dienstleistungen verbessern. Voraussetzung dafür sei "ein Netzwerk auf dem neuesten technischen Stand, das sowohl im Betrieb als auch im Unterhalt optimal funktioniert." Ausserdem wolle man in Zukunft - vor dem Hintergrund der nächsten Mobilfunkgeneration LTE - einen Dienstleistungspartner mit grösstmöglicher Flexibilität. Dies gelte auch für den Ausbau des Glasfasernetzes und die damit verbundene laufende Erneuerung der technischen Ausrüstung. Im Klartext: Sunrise war mit Alcatel-Lucent nicht mehr zufrieden.
Bei Alcatel-Lucent wollte man die Begründung von Sunrise auf Anfrage von inside-it.ch nicht weiter kommentieren. Ebenfalls nicht genannt wird, welche finanziellen Konsequenzen diese Vertragsauflösung mit sich bringt. Was die ursprünglich knapp 300 Angestellten betrifft, die von Sunrise zu Alcatel-Lucent wechselten, geht man davon aus, dass sie wieder dort beschäftigt werden, wo das Netz unterhalten wird. Doch wer wird diese Aufgabe in Zukunft übernehmen? Nokia Siemens? Ericsson? Wieder Sunrise selbst? "Es werden diverse Optionen analysiert. Sunrise wird zu gegebenem Zeitpunkt informieren", so der Provider in einer Stellungnahme.
Orange bleibt
Sunrise dürfte für Alcatel-Lucent Schweiz der grösste Outsourcing-Kunde gewesen sein. Einen weiteren grossen Auftrag hatte der Telco-Ausrüster 2007 mit Orange unterzeichnet.
Bei Orange ist man derweil nach wie vor zufrieden mit den Dienstleistungen von Alcatel-Lucent, wie es auf Anfrage heisst. Der Vertrag zwischen Orange und Alcatel-Lucent sei unverändert in Kraft. (Maurizio Minetti)

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