SwissICT bietet Outplacement-Programm für Informatiker 50+

18. November 2019 um 14:13
  • politik & wirtschaft
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Der Verband will Fachleute weiterbilden und Firmen können diese in Projekten testen.

Der Verband will Fachleute weiterbilden und Firmen können diese in Projekten testen.
Der Fachverband SwissICT lanciert ein Förderprojekt für Informatiker 50+. Dieses heisst "SwissICT Booster 50+" und wird gemeinsam mit der Firma M&F Engineering aufgebaut. Letztere ist eine rund 30-köpfige Softwarefirma im Grossraum Zürich.
Die Idee: Firmen, die Informatiker 50+ nicht mehr weiterbeschäftigen, sondern in ein Outplacement senden, können diese an die Trägerschaft von "SwissICT Booster 50+" übergeben. Auf der anderen Seite können Firmen diesen Informatikern in konkreten Projekten die Chance geben, sich zu bewähren.
Im Fokus steht zum Start das Berufsbild Software Ingenieur.
Vorbild ist ein existierendes "Software Trainee-Programm" von M&F Engineering für Hochschulabsolventen, das diesen den Berufseinstieg ermöglichen soll. Dieses ist laut SwissICT-Projektleiter Stephan Schmid bereits erfolgreich. 20 Trainees absolvieren das Programm oder haben es abgeschlossen. Neun Mentoren und 18 Partnerfirmen listet M&F Engineering beim Jungtalent-Programm auf.
"Wir adaptieren das Trainee-Programm auf Informatiker 50+", erklärt Schmid auf Anfrage. "Wir legen sehr viel Wert darauf, berufliche und technologische Gaps zu schliessen. Deshalb erhält ein Kandidat 12 Workshop-Teilnahmen und fünf volle Schulungstage pro Jahr mit Produkten, die für den Kandidaten wichtig sind. Es kann auch individuelle Ergänzungen geben."
Hinzu kommt ein Mentoring für alle Teilnehmer, das auch Persönlichkeits-Coaching beinhalten kann, falls sinnvoll und nötig.
Das "Booster"-Programm dauert für die Software Ingenieure maximal vier Mal sechs Monate. Wobei eine Partnerfirma die Fachkraft nach sechs Monaten in einen unbefristeten Arbeitsvertrag übernehmen kann. Geschieht dies nicht, so erhält der Kandidat einen neuen potentiellen Arbeitgeber für sechs Monate, um bei diesem zu zeigen, was er kann.
Firmen, die 50+-Software-Ingenieure mit inhouse erworbenen Zusatzqualifikationen einstellen möchten, die können sich melden, so Schmid. "Mitmachen als Projektpartner kann jede Firma mit einer IT-Abteilung, die mit modernen Technologien arbeitet und mindestens ein Software-Team hat, das aktiv Applikationen entwickelt."
Bei stellenabbauenden Firmen soll sich die Teilnahme ihrer Informatiker 50+ auch lohnen. Statt auf der eigenen Lohnliste stehen die Berufsleute dann auf derjenigen von "SwissICT Booster". Die Booster-Gebühr von 40'000 Franken jährlich ist für sie wesentlich günstiger als den Lohn des 50+-Informatikers im Rahmen eines Sozialprogrammes zu entrichten.
Im Booster-Programm entsteht laut dem SwissICT-Projektleiter ein "für beide Seiten relativ unverbindlicher, aber produktiver Projekteinsatz". Die Projektpartner können dringend gesuchte Fachleute nach ihren Bedürfnissen weiterbilden und fest anstellen. Die Informatiker selbst kann in der Praxis technologische und persönliche Lücken schliessen und sich in einem Projekt bewähren. "Das ist weit mehr als ein Vorstellungsgespräch oder ein zweiwöchiges Praktikum wie üblich", sagt Schmid.
Der Pilot für das Programm soll fünf bis acht Informatiker 50+ mit entsprechenden Firmen beziehungsweise Arbeitsplätzen zusammenbringen. Wenn der Pilot erfolgreich verläuft, so Schmid, ist die die Überführung der Trägerschaft in eine Kapitalgemeinschaft angedacht. (mag)

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