UK schaut den Nvidia-Arm-Deal ganz genau an

17. November 2021 um 11:06
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Kartellrechtliche Bedenken und Fragen der "nationalen Sicherheit" bewegen die britischen Wettbewerbs­hüter zu einer umfassenderen Prüfung der geplanten Übernahme.

Die geplante Übernahme des Chip-Design-Unternehmens Arm durch den GPU-Spezialisten Nvidia wird von Behörden genauer untersucht. Die britische Wettbewerbsbehörde (CMA) kündigt eine eingehende Prüfung des 40 Milliarden Dollar schweren Deals an. Sie wurde von der Regierung angewiesen, die geplante Transaktion genauer unter die Lupe zu nehmen. 
Nadine Dorries, Ministerin für Digitales, teilt mit, dass sie die CMA schriftlich aufgefordert habe, eine zweite Phase der Untersuchung durchzuführen – unter Berufung auf Wettbewerbs- und Sicherheitsbedenken.
Bereits im August hielt die CMA in einem Bericht fest, dass die Übernahme von Arm durch Nvidia "erhebliche wettbewerbsrechtliche Bedenken" aufwerfe. Das fusionierte Unternehmen könnte die Möglichkeit und den Anreiz haben, Wettbewerbsfähigkeit der Konkurrenten von Nvidia zu beeinträchtigen, indem es den Zugang zum geistigen Eigentum beschränke, so die Behörde. Betroffen seien vier Schlüsselmärkte: Rechenzentren, IoT, der Automobilsektor und Gaming-Anwendungen, heisst es nun in einer Mitteilung.
Jetzt folgt in Grossbritannien somit die nächste Phase der Untersuchung. Man müsse sicherstellen, dass sämtliche Konsequenzen des Deals berücksichtigt werden, so Dorries. "Die CMA wird mir aus Gründen des Wettbewerbs und der nationalen Sicherheit Bericht erstatten." Es seien zwar nicht alle Geräte, die auf Arm-basierte Chips angewiesen sind, zwangsläufig als "kritisch" einzustufen, so die Mitteilung. Aber die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit der gesamten Lieferkette sei für die nationale Sicherheit des Vereinigten Königreichs wichtig.
Laut der Mitteilung hat die Behörde 24 Wochen Zeit, vorbehaltlich einer möglichen achtwöchigen Verlängerung, um diese Untersuchung durchzuführen.

Auch EU hat Bedenken 

Nvidia hatte vergangenen Herbst angekündigt, Arm vom japanischen Technologieinvestor Softbank übernehmen zu wollen. Die Übernahmepläne führten schnell zu Protesten. Einer der Mitgründer von Arm erklärte, die Übernahme sei eine "absolute Katastrophe", werde das Geschäftsmodell des Unternehmens zerstören und zu Arbeitsplatzverlusten im Hauptquartier in Cambridge und anderswo in Grossbritannien führen. Arm gilt bisher als neutraler Akteur, der an verschiedene Unternehmen wie Qualcomm, Samsung Electronics und Apple Patente verkauft. Fast jedes Smartphone und Millionen anderer Geräte verfügen über lizenzierte Arm-Prozessoren.
Vor wenigen Wochen gab die EU-Kommission bekannt, dass sie den Deal genauer untersuchen will. Arm und Nvidia seien zwar keine direkten Konkurrenten, aber das geistige Eigentum von Arm sei ein wichtiger Bestandteil von Produkten, die mit denen von Nvidia konkurrieren, erklärte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager Ende Oktober.
Nvidia hatte der EU zuvor schon für die kartellrechtliche Genehmigung Zugeständnisse angeboten. Man werde Arm als neutralen Technologiezulieferer erhalten, um Bedenken auszuräumen, so Nvidia. Dies reichte der EU offenbar nicht aus.

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