Umstrukturierung ändert (vorerst) nichts bei Google Schweiz

11. August 2015, 15:24
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Am Schweizer Standort von Google wird trotz Umstrukturierung zumindest derzeit nicht gerüttelt. Allerdings sind auch noch kaum organisatorische Konsequenzen bekannt.

Am Schweizer Standort von Google wird trotz Umstrukturierung zumindest derzeit nicht gerüttelt. Allerdings sind auch noch kaum organisatorische Konsequenzen bekannt.
"Nichts wird sich über Nacht ändern", heute habe man nur die Vision für die Zukunft des Unternehmens angekündigt, hält Matthias Meyer gegenüber inside-it.ch fest. Damit begegnet der Sprecher von Google Schweiz den ins Kraut schiessenden Spekulationen über die Auswirkungen der soeben von Google-Chef Larry Page vorgestellten Umstrukturierung des Internet-Konzerns. Bekanntlich will Page eine Holding namens "Alphabet" schaffen, unter deren Dach künftig die Unternehmensteile als Einzelfirmen geführt werden. Das betrifft Google Inc. mit dem Suchgeschäft genauso wie die Videoplattform Youtube, die Gesundheitsfirma Calico und en den Forschungs- und Investmentbereich mit Google-Ventures, Google-Capital, Google-X und die anderen Firmen des Konzerns.
Dabei ändert sich am Standort Schweiz allerdings vorerst nichts, zumal organisatorisch noch kaum etwas Konkretes bekannt ist, wie man bei Google betont. So sei bisher zum Beispiel noch ungeklärt, wie künftig die Zusammenarbeit der Entwickler aussehen wird, wenn sie für verschiedene Alphabet-Companies arbeiten werden. Allerdings stellt Meyer unmissverständlich fest, dass "die Google Switzerland GmbH weiterhin zur Geschäftssparte Google gehören" wird und man weiterhin in den Standort Schweiz investieren werde. Klar ist laut Meyer zudem, dass Google als Einzelunternehmen in der neuen Dachgesellschaft von Sundar Pichai geführt werde und ihm damit auch das Such-, Ads-, Maps-, Apps-, Android- und Youtube-Business unterstehen wird, wie der Google-Sprecher anfügt.
Positives Echo
International wurde der Konzernumbau insgesamt begrüsst. Bei der Credit Suisse (CS) hielten Analysten gegenüber inside-it.ch fest, dass Google mit der Holding-Struktur sicher transparenter werde und man künftig auch eine diszipliniertere Ausgabenpolitik erwarten dürfe. Darüber hinaus liessen sich aber derzeit - insbesondere was die Schweiz angehe - noch keine Angaben machen. Mit dem ersten Punkt dürfte man bei der CS die grossen Gewinne ansprechen, die aus der Online-Werbung stammen, und künftig wohl nicht mehr einfach in Tech-, Healthcare- und Logistik-Projekten "versickern" können. Diesen Punkt hebt denn auch Andreas Knöpfli hervor. Für den Präsidenten des Branchenverbands Swico lässt Google mit diesen Schritt die Phase des "Gemischtwarenladens" hinter sich und wird über die Einzelfirmen vergleichbarer. Das erlaube künftig neben einer Fokussierung unter anderem auch ein Benchmarking der jeweiligen Unternehmensteile. Zudem eröffne sich Alphabet aufgrund der künftigen modularen Struktur die Möglichkeit, einzelne Bereiche bei kritischer Grösse zu verkaufen - ein "carve-out" wird machbar, so Knöpfli. Andere Finanzanalysten bestätigen diese Einschätzung. Mit dieser Ära der Transparenz und des Kostenbewusstseins könne die Erfolgsgeschichte von Google erst beginnen, wie es in den Kommentaren auf Business Insider heisst.
Wegen der nun möglichen längerfristigen Planung liesse sich auch das Potential für mehr Spin-offs und Übernahmen besser ausnutzen. Das Fazit der Analysten: Google könnte seinen Wert massiv verbessern, wenn es mit mehreren Geschäftseinheiten, die über ein vernünftigen Autonomiestatus verfügen, von einem starken Management-Team mit einem disziplinierten Fokus auf die Wertschöpfung geführt werde. Inspiriert haben dürfte diesen Schluss aber auch, dass Page gegen Ende seines Briefes. Damit dürfte sich Page sehr wohl darüber im Klaren sein, dass er mit der neuen Struktur mehr als nur eine Wette (bet) auf eine überdurchschnittliche Rendite (Alpha) eingegangen ist. (vri)

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